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Offener Brief

Handball-Amateure: Streit um Saisonstart an diesem Wochenende

Am Wochenende soll eigentlich die Saison in den Ligen des Badischen Handball-Verbandes beginnen. Kurz vor Anwurf können die Clubs jetzt noch mal neu abstimmen.

Die Mitternachtsfrage: Bis Donnerstagnacht um 24 Uhr konnten die Vereine abstimmen, ob der Saisonstart an diesem Wochenende doch noch abgeblasen wird. Foto: Thomas Hahn/imago-images

Kurz vor dem geplanten Saisonstart in den Ligen des Badischen Handball-Verbandes (BHV) an diesem Wochenende sind die Dissonanzen zwischen einigen Vereinen und der Verbandsspitze offen zu Tage getreten.

Nach einem offenen Brief von 16 Clubs, die den Start wegen der Auswirkungen der Corona-Pandemie als unverantwortlich kritisieren, stellte BHV-Präsident Peter Knapp den Vereinen ein Ultimatum bis Donnerstagnacht um null Uhr. Bis dahin sollten die Clubs abstimmen, ob die Runde wie geplant am Wochenende begonnen werden oder aber der Auftakt erst im Januar 2021 erfolgen soll.

Vereine: Corona-Risiken werden „sträflich vernachlässigt“

„Es wird unverständlicherweise nicht über eine potenzielle Infektionsgefahr im Ligaspielbetrieb und eine wieder steigende Infektionslage im Land gesprochen. Diese Punkte werden unserer Meinung nach sträflich vernachlässigt“, erklären die Vereine in dem Brief, der Präsident Knapp Anfang der Woche erreichte. Zu den Unterzeichnern gehören die Badenligisten TV Knielingen und SG Stutensee-Weingarten, ferner unter anderem die TS Durlach, TG Eggenstein, der TV Neuthard und die SG Graben-Neudorf.

BHV-Präsident Knapp betont in einer Stellungnahme auf der Homepage des Verbandes, dass sich das mehrheitliche Stimmungsbild nicht erkennbar verändert habe. „Wir hatten fast 500 angemeldete Freundschaftsspiele. Und unser Angebot, Anfangsspiele kostenlos zu verlegen, wurde für nur drei Spiele genutzt“, erklärt er.

Unterschiedliche Wahrnehmung zum Stimmungsbild im Verbandsgebiet

Die 16 Vereine haben eine andere Wahrnehmung. „Die überwiegende Mehrheit spricht sich für den Beginn aus? Das widerspricht dem Bild, das wir aus dem Bezirk Alb/Enz/Saal, zumindest unter unseren persönlichen Kontakten, wahrnehmen“, heißt es in dem auf der Verbandsseite veröffentlichten Schreiben. Weiter heißt es: „Keiner der uns bekannten Karlsruher und Bruchsaler Vereine hat auch nur den Ansatz einer Anfrage in Bezug auf einen Austausch erhalten.“

Schon vor der Entscheidung von Ende August, die Saison an diesem Wochenende zu starten, hatte es von Seiten einiger Vereinen Bedenken gegeben. Diese untermauerte die betreffenden Clubs nun. Notwendig sei es, die „neue Normalität“ zu würdigen. Das insbesondere vor dem Hintergrund, dass es sich beim Handball um eine Indoor-Kontaktsportart handelt. Es gebe Spieler, die aufgrund der Ansteckungsgefahr noch nicht spielen möchten. „Es stellt sich eben die Frage: Wäre es nicht vernünftig gewesen nach der Entwicklung der letzten Wochen auf Nummer sicher zu gehen und eventuell zum 1. November anzufangen?“, schreiben die Clubs, die sich „im Moment nicht genug unterstützt“ sehen vom Verband.

BHV-Präsident kritisiert Zeitpunkt des Briefes

Zudem weisen die Clubs auf das Problem hin, dass nicht in jeder Spielstätte das Hygienekonzept umgesetzt werden könne. Auch das Modell, in unteren Altersklassen in Turnierform zu spielen, halten sie für „unverantwortlich“. Gleichwohl betonen die Vereine: „Natürlich werden auch wir unser Bestes tun, alle Vorgaben zu erfüllen, und werden bis zur letzten Minute vor dem Anpfiff kämpfen, um allen Anforderungen gerecht zu werden.“

Knapp kritisiert wiederum den Zeitpunkt des Briefes („Um fünf vor zwölf aus der Hecke kommen“) und die damit verbundenen Folgen für die Arbeit jener Ehrenamtlichen, die in den vergangenen Tagen und Wochen für ihre Clubs den Saisonstart vorbereitet haben. „Jetzt nicht zu starten, wäre ein Schlag ins Gesicht der Vereine, die sich - rechtzeitig und mit viel Mühe - gut vorbereitet haben“, schreibt der BHV-Präsident.

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