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Fußball-Bezirksliga Baden-Baden

VFB Gaggenau bastelt am Durchmarsch

In der abgebrochenen Vorsaison blieb Bezirksliga-Vizemeister Rastatter SC/DJK die Aufstiegschance verwehrt. Der Sprung in die Landesliga soll nun ein Jahr später gelingen, doch die Konkurrenz vor allem aus dem Murgtal ist groß.

Kampf um den Aufstieg: Der FV Ötigheim mit David Zink (rechts) und die Spvgg Ottenau mit Christopher Weiler werden in der kommenden Bezirksliga-Saison in der Spitzengruppe erwartet. Foto: Hans-Jürgen Collet

Von David Joram

In der Fußball-Bezirksliga könnte der Meisterschaftskampf ab dem 6. September ein überaus spannender werden. „Fünf, sechs Teams haben das Zeug zum Aufstieg”, meint Hubert Luft, Trainer der Spvgg Ottenau.

Lufts Elf zählt selbst zum engen Favoritenkreis. Mit Torwart Norman Riedinger, Mittelfeldallrounder Alex Merkel oder Tobias Skubatz wechselten Spieler ins Murgtal, die wohl in vielen Partien den Unterschied ausmachen dürften. „Die Vorbereitung läuft gut, hier stabilisiert sich etwas”, sagt Luft, betont aber, dass das Gerüst nicht erst seit dieser Saison bestehe. An der Spielweise seiner Elf - „hinten erstmal stabil, der Rest kommt von allein” - soll sich auch nicht allzu viel ändern.

Karamehmedovic setzt auf Offensivfußball

Nur wenige Kilometer weiter, im Gaggenauer Traischbachstadion, bastelt der VFB am Durchmarsch in die Landesliga. Die bereits in der Kreisliga A überaus spielfreudige Elf um Top-Torjäger Nurdogan Gür hat mit Neuzugängen wie Luca Alesi oder Denis Smuda nochmal an Klasse und Tiefe gewonnen. Auch die anderen Neuzugänge bringen überdurchschnittliche Qualitäten für die Bezirksliga mit. Entsprechend zufrieden ist Trainer Armin Karamehmedovic. „Wir haben uns in der Breite gut verstärkt. Im letzten Jahr hatten wir elf, zwölf gute Spieler, jetzt sind es 15.” Was der gerade offensiv bestens aufgestellte VFB seinen Fans bieten kann, steht für Karamehmedovic längst fest: „Ich bin ein Trainer, der gern Offensivfußball spielen lässt - egal wie der Gegner heißt.”

Ötigheims Kohm bleibt bescheiden

Neben Nachbar Ottenau erwartet der VFB-Coach auch den Vorjahresdritten FV Ötigheim weit vorne. Jedenfalls nähren Neuzugänge wie Torhüter Fabian Hegele die Hoffnungen des Ötigheimer Anhangs, den Top-Favoriten aus dem Murgtal Paroli bieten zu können. Trainer Patric Kohm bleibt indes bescheiden. „Wir waren auf einem guten Weg, dann kam Corona. Jetzt wollen wir uns erstmal stabilisieren und ordentlichen Fußball bieten. Am Tabellenplatz werde ich das sicher nicht festmachen”, sagt er.

Angriffslustiger präsentiert sich Vorjahresvize RastatterSC/DJK, der den Aufstieg zum offiziellen Saisonziel erklärt hat. Die Gründe nennt Trainer Christian Unic: „Wir sind komplett zusammen geblieben und haben gute Jungs dazubekommen.” Den abgewanderten Innenverteidiger Fabian Hildenbrand soll Mario Cindel ersetzen, weiter vorn freut sich Unic mit Offensivallrounder Alen Matijevic über „einen feinen Techniker”.

FC Lichtenau mit mehr Wucht

An spielerischer Klasse haben auch der FSV Kappelrodeck/Waldulm und der FC Lichtenau hinzugewonnen, Teams, die wie der FC Lichtental, der VfB Unzhurst oder der FV Bad Rotenfels zumindest im erweiterten Kreis der Spitzenmannschaften erwartet werden. „Wir sind gut aufgestellt”, findet etwa Lichtenaus Coach Daniel Bistricky. Dank körperlich robuster Neuzugänge wie Stürmer Anicent Eyenga, dessen Wikipedia-Eintrag auf reichlich internationale Erfahrung schließen lässt, und Allrounder Yohan Guerin verspricht sich Bistricky mehr Wucht. „Physis, Zweikampfstärke, aber auch Mentalität - das hat uns letztes Jahr noch etwas gefehlt”, sagt er - und hofft auf mehr Widerstandsfähigkeit in dieser Runde.

FV Baden-Oos verliert Leistungsträger

Eher nach unten orientieren sich Mannschaften wie der SV Sasbach oder der FV Baden-Oos, die größere Umbrüche moderieren müssen. „Rund drei Viertel des Teams sind neu, das muss sich alles erst finden”, sagt Oos’ Trainer Pantelis Kalpakoglou, der einige Leistungsträger zum neuen Stadtrivalen Kickers Baden-Baden ziehen lassen musste. Jungen Talenten wolle man nun die Chance geben.

Der Abstiegsfrage, die bei einer Ligagröße von 17 Mannschaften eine denkbar brisante ist, wollen sich der FV Muggensturm, der FC Ottenhöfen oder der SV 08 Kuppenheim II möglichst rasch entledigen. Im Achertal setzt man auf die bewährte Mischung aus eigener Jugend und erfahrenen, im Verein ausgebildeten Bezirksliga-Kräften. „Aber auch wir sind in einem Umbruch, einige Stützen wie Benedikt Benz oder Sebastian Hock treten etwas kürzer”, berichtet Sportvorstand Frank Bohnert. Bloß nicht „hintenrein rutschen”, fordert Bohnert daher, immerhin könne es bis zu fünf Absteiger geben.

Fünf, sechs Teams haben das Zeug zum Aufstieg.
Hubert Luft, Trainer Spvgg Ottenau

Steven Himmelsbach, Trainer der aufgestiegenen Sinzheimer Reserve, proklamiert dies ebenfalls. „Wir müssen uns durch Siege früh Stabilität holen”, fordert er. Grundsätzlich setzt der Coach auf eine spielerische Linie, „auf Ballbesitzfußball”, aber nicht um jeden Preis. Stützen wie Kapitän Lucas Walter, Lukas Bürkler (beide Innenverteidiger) oder Stürmer Simon Gushurst sollen weiterhin für eine gute Teamchemie sorgen.

Keinen Illusionen geben sich die Verantwortlichen beim FC Schwarzach und der SG Lauf/Obersasbach hin. Klassenverbleib lautet das Ziel, das insbesondere die SG in der vergangenen Runde wohl klar verfehlt hätte. Lediglich sieben Punkte aus 18 Spielen holte die Elf von Trainer Ergün Bilici da. Vor dem Corona-bedingten Saisonabbruch lag wenig ferner als ein weiteres Jahr Bezirksligafußball. Nun folgt also doch die zweite Chance.

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