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Bewusste Entscheidung

Wechsel in die Regionalliga ist für Roman Hauk kein Rückschritt

Warum er einen Zweitligisten freiwillig verlässt und in die Regionalliga wechselt, wird Roman Hauk in diesen Tagen oft gefragt. Es war aber eine bewusste Entscheidung des Neibsheimers, sich dem FC Astoria Walldorf anzuschließen, denn der 21-Jährige will mehr Spielpraxis.

Neuer Anlauf: Der Neibsheimer Roman Hauk. Foto: Oliver Zimmermann/imago images

Es war am 21. Juni gegen 16.45 Uhr, als sich für Roman Hauk im Hardtwaldstadion in Sandhausen ein Lebenstraum erfüllte. Im Duell der Zweiten Bundesliga gegen Dynamo Dresden wurde der 21-Jährige in der 55. Minute eingewechselt - es war der erste Einsatz des Neibsheimers im Profi-Fußball, über den man sich auch in seiner Heimat, im kleinen Brettener Stadtteil, sehr freute.

Vier Wochen später ist Hauk noch immer von den Eindrücken überwältigt, auch wenn die Partie letztlich mit 0:1 verloren ging und wegen der Corona-Bestimmungen die Zuschauer fehlten.

Das war damals ein riesiger Sprung für mich, in diesem jungen Alter weg aus dem kleinen Dorf zu gehen
Roman Hauk, Fußballer aus Neibsheim

„Dieses Spiel kann mir keiner mehr nehmen”, sagt der Innenverteidiger, der beim FC Neibsheim das Kicken lernte und schon mit zwölf Jahren zum SV Sandhausen kam, wo er alle weiteren Jugendmannschaften durchlief.

„Das war damals ein riesiger Sprung für mich, in diesem jungen Alter weg aus dem kleinen Dorf zu gehen”, sagt er rückblickend.

Hauk will mit seinen erst 21 Jahren Spielpraxis sammeln

Vorerst wird der Einsatz gegen Dresden Hauks einziger bei den Profis bleiben, denn seit dem 1. Juli steht der gebürtige Brettener beim FC Astoria Walldorf unter Vertrag und wird nunmehr in der Regionalliga Südwest verteidigen, in der die Runde am 1. September beginnen soll. Die Frage, warum er diesen Schritt geht - aus der zweiten Liga in die zwei Klassen tiefere Regionalliga zu wechseln - hat Hauk in letzter Zeit oft gehört.

„Ich bin gerade erst 21 geworden. Mir ist es wichtig, regelmäßig zu spielen”, sagt er zu diesem Thema. Der SV Sandhausen, wo sich Hauk wegen des familiären Charakters im Verein sehr wohl fühlte, hatte durchaus Interesse, weiter mit ihm zusammen zu arbeiten. Hauk entschied sich aber für einen Club, der ihm realistischere Chancen auf einen Stammplatz bietet. „Für mich ist das kein Rückschritt”, findet Hauk.

In Sandhausen lernte er im Training mit den Profis, sich ranzubeißen. Nach einer Verletzung im Sommer 2019 kämpfte er sich zurück. „Das war damals schon ein großer Schritt, bei den Großen mitzutrainieren, wenn man ansonsten immer in der Verbandsliga oder in der Oberliga bei der zweiten Mannschaft gespielt hat”, macht Hauk deutlich.

Den Ehrgeiz nimmt er nach Walldorf mit, wo er sich Trainer Matthias Born empfehlen will. Und dass es dann irgendwann auch wieder mit einem nächsten Einsatz im Profi-Fußball klappen könnte, darauf arbeitet Hauk hin.

Kontakt in die alte Heimat durch Vater und Bruder

In Neibsheim, wo sich der 21-Jährige noch immer gerne auf dem Sportplatz sehen lässt, ist der Name Hauk kein Unbekannter - nicht nur wegen des Vorzeigefußballers, der es auf die größere Bühne geschafft hat. Romans Vater Rainer ist Vorsitzender des FCN, der vier Jahre ältere Bruder Philipp ist Kapitän der ersten Mannschaft in der Kreisklasse A. Mit fast zwei Metern Körpergröße sind die beiden für die Abwehrarbeit prädestiniert. Und so bleibt Roman Hauk weiter mit seinem Heimatverein verbunden.

Erstens, weil die Kumpels aus Jugendtagen noch dort kicken. Und zweitens „ist der FC Neibsheim bei uns in der Familie sowieso das Hauptgesprächsthema”, sagt Hauk und lacht. Man kann also einen Fußballer aus Neibsheim holen - aber niemals Neibsheim aus dem Fußballer. Vor allem dann nicht, wenn er mit dem Nachnamen Hauk heißt.

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