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Frauenfußball in Mittelbaden

Wohin soll die Reise gehen? Fußballerinnen des VfB Unzhurst und des SV Vimbuch starten in Saison

Im Oktober vor 50 Jahren wurde Frauenfußball in Deutschland offiziell anerkannt. Im Jubiläumsjahr bekennt sich der Südbadische Fußballverband (SBFV) dazu, mehr Mädchen und Frauen den Zugang zum Sport ermöglichen zu wollen. Unterdessen starten die Teams der Region dieser Tage in die neue Saison.

Frauen-Duell: Am 18. März 2019 traten der SV Vimbuch und der VfB Unzhurst in der Verbandsliga gegeneinander an. Foto: Hans-Jürgen Collet

Ann-Christin Angel, Trainerin des ersten Frauenteams des VfB Unzhurst, ist stolz auf ihr Team: „Wir trainieren derzeit dreimal die Woche und haben jedes Wochenende ein Freundschaftsspiel,“ berichtet sie. Die Mannschaft, die am 26. September in die neue Verbandsliga-Runde startet, übt ein Drittel des Trainings gemeinsam mit der zweiten Mannschaft, die in der Bezirksliga spielt.

Meist werde die Aufwärmphase gemeinsam gestaltet, sagt Angel. Die Trainerin sieht ihre Mannschaft für die kommende Saison gut gewappnet. „Wir befinden uns mitten in den Vorbereitungen”, sagt sie, die vor allem die jungen Nachwuchsspielerinnen aus der eigenen Jugend im Blick hat. „Wir wollen weiter zusammenwachsen”, sagt Angel.

Team will oben mitspielen

Über die neue Torfrau Elena Ketterer freut sie sich: Mit ihr habe die Mannschaft eine verlässliche Sportlerin gefunden; bislang seien die Torfrauen nur sporadisch zum Training erschienen. „Ich will sehen, wie sich die Frauen im Team entwickeln”, betont Angel. „Mein Ziel für die erste Mannschaft ist es, oben mitzuspielen”, sagt die Trainerin abschließend.

Torfrau Ketterer sieht den Wechsel vom SV Sasbach zum VfB Unzhurst als persönliche Chance: „Ich habe hier mehr Möglichkeiten”, sagt die junge Frau. „Ich will an mir und meiner Technik arbeiten”, erklärt sie. Dass der Frauenfußball 50 wird, ist für Ketterer eine „gute Sache”. Fußball sei keine reine Männersache, sagt sie: „Fußball können auch Frauen gut meistern.”

Anzahl der Frauenteams leicht rückläufig

Ute Wilkesmann ist Vorsitzende des Verbandsausschusses für Frauen- und Mädchenfußball des SBFV. Der Verband wolle Frauenmannschaften stärken und Mädchen und Frauen für den Fußball begeistern, erklärt sie. Die Eventtage oder Girls Days zum 50. Jubiläum mussten Corona-bedingt abgesagt werden, Flyer mit Informationen werden trotzdem in den Schulen verteilt. „Es steht jedem Verein gut, eine Frauenmannschaft zu haben”, sagt Wilkesmann, „Frauen schaffen ein anderes Miteinander.”

Das ist traurig, macht uns aber noch lange nicht angst und bange
Ute Wilkesmann/SBFV

Die Zahl der Frauenteams sei leicht rückläufig, berichtet sie. Im Jahr 2019 sei der Bestand von 188 auf 180 Frauenmannschaften zurückgegangen: „Das ist traurig, macht uns aber noch lange nicht angst und bange”, sagt die Vorsitzende.

„Ja, es gibt uns noch”, steht auf der Internetseite der Frauen des Fußballvereins SV Vimbuch. In der Saison 2019/20 war die zweite Mannschaft wegen Spielermangels aufgelöst und die erste Mannschaft aus der Verbandsliga zurückgezogen worden. Vor dem Beginn der Saison in der Bezirksliga, in der das Frauenteam des SV Vimbuch mitspielt, berichtet Trainerin Julia Tiefenbacher von über 30 Fußballerinnen.

Zusammenhalt ist wichtig

Davon kommen etwa 16 Spielerinnen zweimal pro Woche zum Training und üben sich am Wochenende in Testspielen, erklärt sie. Für die eigene Jugend, die „von unten” komme, sei die neugestartete Frauenmannschaft ein Vorteil: „Wir wollen, dass jede Spielerin eine Heimat hat”, erklärt die Trainerin. Der aktuelle Kader bestehe zu etwa der Hälfte aus der zweiten Mannschaft, zur anderen Hälfte aus der eigenen Jugend; drei bis vier Neuzugänge seien zu verzeichnen, sagt sie. Der Zusammenhalt ist, wie Ann-Christin Angel, auch Julia Tiefenbacher wichtig: „Wir müssen eine Mannschaft werden”, sagt sie.

Ebenfalls am 19./20. September beginnt die Landesliga, in der der SV Sinzheim und der FV Baden-Oos den Bezirk Baden-Baden vertreten.

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