ADAC GT Masters, 11. + 12. Lauf Hockenheimring 2019 - Foto: Gruppe C Photography; #8 Audi R8 LMS GT3 Evo, HCB-Rutronik Racing: Dennis Marschall
Im Qualifying am Samstag sicherte sich Dennis Marschall die erste Pole-Position in seiner GT-Masters-Karriere. | Foto: ADAC Motorsport

HCB Rutronik

Rennfahrer Marschall aus Eggenstein-Leopoldshafen mit GT-Masters-Saison zufrieden

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Ein turbulentes Wochenende am Hockenheimring liegt hinter Dennis Marschall. In zwei Läufen der ADAC GT Masters durchlebte er die volle Bandbreite des Rennfahrerlebens. Pole und Treppchen am Samstag folgte sonntags ein Ausfall seiner Teamkollegin Carrie Schreiner. Marschall musste eine Zwangspause einlegen. Eine Stunde später wurde bei seinem Rennstall HCB Rutronik Racing trotzdem gefeiert: Die Teamkollegen Patric Niederhauser und Kelvin van der Linde schnappten sich den Meistertitel.

Marschall bezeichnete noch am Sonntag das Wochenende als „Saisonhöhepunkt.“ Meisterschaft der Teamkollegen, die erste Karriere-Pole-Position und die Premiere auf dem Podium waren Anlassen zum Feiern. Mit so einer guten Platzierung habe man nicht gerechnet.

Einen Tag später war der Ausfall nach einem Aufhängungsschaden am Audi des Remchinger Rennstalls endgültig vergessen. „Ich bin zufrieden mit der Saison, weil wir uns konstant weiterentwickeln“, sagte der 23-Jährige aus Eggenstein-Leopoldshafen. Zu Beginn der Saison landete das Duo Marschall/Schreiner mit seinem Audi R8 im Qualifying meist auf den hinteren Plätzen. „Dann wurden wir Siebter, am Nürburgring Zweiter und in Hockenheim standen wir auf der Pole – das ist ein Zeichen“, so der Rutronik-Pilot.

Sieg in der Teamwertung als nächstes Ziel für Rutronik Racing

Vor dem letzten Rennwochenende am Sachsenring (in Sachsen) in zwei Wochen liegen Marschall und Schreiner mit 22 Zählern auf dem 21. Rang in der Fahrerwertung. Weitere Zähler sind extrem wichtig. Denn die Rutronik-Mannschaft will sich auch die Teamwertung sichern. Die Rennschmiede aus dem Enzkreis führt dort mit 198 Punkten – dicht gefolgt vom österreichischen Lamborghini-Rennstall GRT Grasser (189 Zähler). „Der Sieg in der Teamwertung ist unser Ziel. An so einem Titel sind alle direkt beteiligt, deshalb wollen wir helfen, um vorne zu bleiben“, weiß Marschall um die Bedeutung einer weiteren Meisterschaft für Rutronik Racing. Die Remchinger gehen als Debütant bei der diesjährigen ADAC-GT-Masters-Saison an den Start.

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Sachsenring ist nicht Marschalls Lieblingsstrecke

Das Saisonfinale am Sachsenring ist für Marschall aber trotz guter Form kein Selbstläufer. „Die Strecke liegt mir so lala“, druckst der BWL-Student etwas rum, gibt dann aber lachend zu: „Es ist nicht meine Lieblingsstrecke – aber das muss auch mal sein.“ Der 3,7 Kilometer lange Sachsenring ist vor allem bei Fans von Motorrad-Rennen beliebt. „Die Strecke ist sehr technisch, hat viele, schnelle Kurven. Das Feld wird wohl nochmal durcheinandergewürfelt“, geht Marschall von einem turbulenten Rennen aus.

Was bringt die Zukunft von Dennis Marschall?

Am Sachsenring geht es für Marschall aber nicht nur um den Titel in der Teamwertung. Der BWL-Student fährt auch um ein Cockpit für die kommende Saison. Gute Leistungen können dabei helfen. Marschall will auf lange Sicht Werkspilot, also Profifahrer, werden. „Ich habe bereits nach dem Rennen am Nürburgring viel positives gehört. In Hockenheim ging das so weiter“, kommentiert er die zahlreichen Schulterklopfer im Fahrerlager des Hockenheimrings. Rutronik-Teamchef Fabian Plentz zeigte sich bereits vor dem Wochenende von Marschall überzeugt: „Auf seiner Entwicklung würde ich gerne aufbauen.“ Der Zusatz, „es muss alles passen“, zeigt, dass es im schnelllebigen Motorsport-Geschäft aber keine hundertprozentigen Garantien gibt.