VfL Wolfsburg - RB Leipzig
Wolfsburgs Jerome Roussillon bejubelt sein Tor zum 1:0 gegen RB Leipzig. | Foto: Peter Steffen

12. Spieltag

Leipzig nach Rückschlag bedient – Wolfsburg atmet auf

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Wolfsburg (dpa) – (Zu) viele Ersatzspieler und mangelnde Einstellung der verbliebenen Profis gaben Ralf Rangnick den Rest. Nach der ersten Niederlage von RB Leipzig seit drei Monaten war der Coach bedient.

«Wir hatten zu viele Leute, die keine Normalform erreicht haben», schimpfte Rangnick nach dem verdienten 0:1 (0:0) beim VfL Wolfsburg. Für die dadurch auf Platz vier zurückgefallenen Sachsen war es erst die zweite Saison-Niederlage in der Fußball-Bundesliga nach dem 1:4 am ersten Spieltag gegen Borussia Dortmund. Dazwischen lagen zehn Partien ohne Pleite.

Seit Samstag hat Rangnick die Gewissheit, dass seine Mannschaft noch kein Spitzenteam ist. «Uns hat der Spirit der letzten Wochen gefehlt. Das war sicher unser schlechtestes Spiel in dieser Saison», haderte Mittelfeldspieler Diego Demme. Der VfL, dem nur ein Sieg aus den vorherigen neun Partien gelungen war und der einen Absturz in die Abstiegszone befürchten musste, hatte gegen phlegmatische und ungefährliche Gäste leichtes Spiel. Bei besserer Chancenverwertung wäre noch mehr drin gewesen als der Siegtreffer von Jerome Roussillon (50. Minute).

«Das war ein sehr, sehr wichtiger Sieg. Wir haben uns endlich mal wieder belohnt», sagte Wolfsburgs Coach Bruno Labbadia, der zuletzt vor einem Monat beim Aufsteiger Fortuna Düsseldorf jubeln durfte. Mit 15 Punkten aus zwölf Spielen hat sein Team nun deutlichen Vorsprung auf die Abstiegsränge. «Wenn man auf die Tabelle schaut, dann war das natürlich sehr wichtig», meinte Sportchef Jörg Schmadtke.

Leipzig bleibt bei 22 Zählern und verpasste damit den vorläufigen Sprung auf Rang zwei. Grund dafür war auch der verletzungsbedingte Ausfall eines Trios: Kevin Kampl (Sprunggelenk), Marcel Sabitzer (Wade) und Dayot Upamecano (Knie) wurden nicht rechtzeitig fit und fehlten spürbar. «Natürlich hatten wir dadurch einen Qualitätsverlust, gerade im Mittelfeld», sagte Leipzigs Kapitän Willi Orban und Rangnick befand spitz: «Mit dem Personal, das wir zur Verfügung hatten, war klar, dass wir es schwierig hatten, nach dem Rückstand noch einmal zurück zu kommen.»

Schon vor dem überfälligen Rückstand hatte es sein Team schwer. Mehr als eine gefährliche Aktion beim Pfostenschuss von Demme kurz nach der Pause war nicht drin. Direkt im Anschluss ging Wolfsburg in Führung. Bei einem Konter drückte der starke Linksverteidiger Roussillon den Ball nach Vorlage von Daniel Ginczek über die Linie.

Schon im ersten Durchgang hätte der VfL in Führung gehen müssen. RB-Keeper Peter Gulasci parierte zunächst nach einer Viertelstunde klasse gegen John Anthony Brooks und Ginczek jeweils aus nächster Distanz. Und nach knapp einer halben Stunde vergab erneut Ginczek kläglich nach toller Vorarbeit von Maximilian Arnold.

Rangnick versuchte es nach dem Rückstand noch mit der Hereinnahme von Angreifer Jean-Kevin Augustin für Abwehrmann Marcel Halstenberg und brachte später in Matheus Cunha noch einen weiteren Angreifer. Vor dem internen Red-Bull-Duell in Salzburg am Donnerstag in der Europa League gingen die Gäste jedoch auf dem Platz kaum ins Risiko.