Karl-Heinz Rummenigge
Karl-Heinz Rummenigge ist der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern München. | Foto: Sven Hoppe

FC Bayern München

Rummenigge: Bankkonto für Großtransfer gefüllt

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München (dpa) – 20 Minuten dauert der «1:1 Talk» mit Karl-Heinz Rummenigge auf FC Bayern.tv. In dem Interview äußert sich der Vorstandschef des deutschen Fußball-Rekordmeisters unter anderem zum neuen Trainer Niko Kovac, die geplante Strukturreform der DFL und Mega-Transfers. Rummenigge über…

NIKO KOVAC

«Er kommt aus einer anderen Generation als zum Beispiel Carlo Ancelotti oder insbesondere Jupp Heynckes, die auch ein gehöriges Stück älter waren als er. Er vertritt eine andere Generation. Ich finde das sehr gut, wie er bisher den Job interpretiert. Er macht es mit großer Sympathie. Seine Ansprache kommt bei der Mannschaft sehr gut an. Er hat eine ziemlich klare, ehrliche Ansprache der Mannschaft gegenüber und ich denke, das ist der Beweis, dass wir mit Niko den richtigen Trainer hierhergeholt haben.»

AMBITIONEN

«Wir waren sechsmal in Folge deutscher Meister. Wir wollen den Titel verteidigen, wir wollen ihn zum siebten Mal nach München holen. Das wird kein Selbstläufer, aber ich glaube, die Voraussetzungen sind gut… Ich mache keinen Hehl daraus, wir wollen in diesem Jahr auch in der Champions League Großes erreichen. Wir haben im letzten Jahr mit viel Pech das Finale verpasst.»

KADERZUSAMMENSTELLUNG

«Ich glaube, man muss ein bisschen eine andere Philosophie fahren als es vielleicht der ein oder andere Kollege bei den europäischen Topclubs bewerkstelligt. Wir haben eine tolle Mannschaft. Nur kaufen, um damit irgendwie die Öffentlichkeit glücklich zu machen, das bringt nichts. Das Ganze kostet erstmal horrendes Geld in der heutigen Zeit von der Transfersumme, aber auch von den Gehältern her.»

ARJEN ROBBEN UND FRANCK RIBERY

«Ich bin da ein bisschen bei Arjen. Es gibt keine jungen oder alten Spieler, es gibt nur gute und schlechte Spieler. Beide haben speziell am Anfang der Saison bewiesen, dass mit ihnen zu rechnen ist. Die Jungen müssen angreifen.»

MEGATRANSFER

«Grundsätzlich haben wir in dieser Transferperiode Geld eingenommen. Wir haben Douglas Costa final verkauft, wir haben Sebastian Rudy abgegeben, wir haben Juan Bernat abgegeben. Dadurch haben wir ordentliches Geld in die Kasse gekriegt. Wir haben die finanziellen Mittel, um auch einen großen Transfer zu machen. Ob der notwendig ist, kann ich heute im September nicht seriös voraussagen. Wichtig ist, wenn wir die Notwendigkeit sehen, ist es möglich. Das lässt uns alle in Ruhe und mit Optimismus in die Zukunft schauen.»

BUNDESLIGA IM INTERNATIONALEN WETTBEWERB

«Was ich hier bei der DFL ein bisschen vermisse, ist das Thema Visionen und Pläne. Wir sind in vielen Bereichen gut, aber man muss offen und ehrlich sein, mir fehlt ein bisschen die Vision: Wo will die Liga hin? Und wie am Ende des Tages kommt sie dahin?… Ich habe gestern gelesen, dass sich die DFL einer Strukturreform unterziehen will. Ich glaube, das ist ein guter Ansatz, um ganz einfach innovativ und modern den Voraussetzungen entgegenzugehen, die man ohne Frage auch machen muss. Am Ende des Tages wird es wichtig sein, dass wir diesen Worten auch Taten folgen lassen.»

VIDEOSCHIEDSRICHTER

«Ich halte es nach wie vor für sehr positiv, weil es das Spiel seriöser und auch fairer macht… Wichtig ist, dass das Zusammenspiel gut ist. Vielleicht könnte man dem Videoschiedsrichter ein Stück mehr Kompetenz zugestehen, weil er sieht es auf seinem großen Bildschirm in Slowmotion und zum Beispiel auch mit den Abseitslinien zumindest ein Stück besser als der Schiedsrichter auf dem Platz. Dieses Zusammenspiel muss optimiert werden. Und wenn das optimiert ist, dann bin ich überzeugt, wird der Videoschiedsrichter auch einen positiven Beitrag zum Wohle des Fußballs leisten.»

CHAMPIONS LEAGUE

«Die Champions League, so habe ich den Eindruck, wird von Jahr zu Jahr, was die Qualität betrifft, immer besser. Es gibt kaum noch Mannschaften, die man so im Nebengalopp spielen kann. Man muss alles von Anfang an, auch in der Gruppenphase, hochkonzentriert spielen, damit man sich qualifiziert… Unser Ziel in der Gruppe muss es sein, dass wir Erster werden. Trotzdem darf man keinen unterschätzen.»