Sercan Sararer (KSC) im Zweikampf mit Ousmane Doumbia (FC Winterthur). GES/ Fussball/ 3. Liga: Testspiel im Trainingslager: Karlsruher SC - FC Winterthur, 15.01.2019 -- Football/ Soccer 3rd Division:Testmatch at Trainingscamp: Karlsruher SC - FC Winterthur, Malaga, Jan 15, 2019 --

Eggimann kümmert sich

Sararer muss sich beim KSC noch Fitness holen

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Sercan Sararer zählt zu den Menschen, die sich der Welt Tag und Nacht mitteilen. Daddelt er spät noch das Shooter-Spiel „Fortnite“, macht er‘s zum Ereignis. Feiert er ausgelassen bei einer türkischen Hochzeit, dann bald auch im Netz. Ab und an gestattet er denen, die ihm folgen, die Teilhabe an Showeinlagen. Dann tanzt oder singt er in der Kabine oder tut gar beides. „Ging gut ab“, kommentierte der Sohn eines Türken und einer Spanierin die Bilder von seiner Gesangseinlage im Trainingslager des Karlsruher SC, für den er sich „Country Road“ von John Denver ausgesucht hatte. Ein Partykracher zum Mitsingen für die Mitspieler.

Sararer ist von Beruf Fußballer, ein veranlagter sogar. In seinen besten Karrierephasen zwischen 2008 und 2013 bei der Spvgg Greuther Fürth paarte er Tempo mit Witz und Geschick am Ball. Auch durch eigene Dummheiten verbaute er sich danach manchen Weg. Anfang Dezember holte der KSC den 29-Jährigen vom Markt der arbeitslosen Profis. Während des Aufenthalts in Marbella kam der gebürtige Nürnberger zu ersten Testspieleinsätzen am rechten Flügel im Trikot des Drittliga-Zweiten. Gegen den 1. FC Magdeburg (0:3), Feyenoord Rotterdam (2:4) und FC Winterthur (3:1) ließ er seine Qualitäten erkennen. „Er weiß, wann er den Körper reinstellen muss. Er kann auch den finalen Pass gut spielen und Tore machen“, fasste KSC-Sportdirektor Oliver Kreuzer zusammen, was er sah – neben viel Routine weiter große Fitnessdefizite. Er habe noch „ein bisschen etwas zu tun“, weiß Sararer. „Eine Halbzeit oder etwas mehr“ traue er sich aber zu.

Generalprobe gegen Esch

Zur Generalprobe am Samstag (14 Uhr) gegen Jeunesse Esch wird er sich noch mit weniger bescheiden müssen. Auch zum Jahresauftakt in der Liga am 27. Januar beim FSV Zwickau wird er weder Burak Camoglu noch Marc Lorenz die Plätze streitig machen können. Bis auf Weiteres bleibt der Neue beim KSC der Mann für gewisse Minuten.

Früherer KSC-Kapitän als Berater

Vor zwei Jahren, damals war er aus Düsseldorf nach Fürth zurückgekehrt, zog sich Sararer einen doppelten Adduktorenabriss zu. „Danach kam er nicht mehr auf die Beine. Das Problem war, dass er eine solch hohe Qualität hat, dass sie ihn in Fürth immer wieder zu früh gebracht haben“, erklärt der frühere KSC-Kapitän Mario Eggimann, Sararers Berater. Als der Vertrag des Fußballers in Fürth bei im Sommer 2018 auslief, galt er Interessenten als zu riskanter Fall. „Wir haben ihm Geduld abverlangt und gesagt, dass wir erst einen neuen Verein suchen, wenn er schmerzfrei ist“, sagt Eggimann.

Verpflichtung ohne Risiko

Für den KSC war die Verpflichtung ohne größeres Risiko. Sararers Vertrag verlängert sich nur dann über den 30. Juni 2019 hinaus, falls er eine bestimmte Anzahl an Startelfeinsätzen erreicht. „Fakt ist, dass jetzt seine Leistung zählt. Dann hat er wieder alles selbst in der Hand. Er will aufsteigen und in der Zweiten Liga spielen nächstes Jahr“, sagt Eggimann. Darin hat er etwas Wesentliches mit dem KSC gemein.