FC Schalke 04 - Hannover 96
Schalkes Amine Harit (l-r), Torschütze Nabil Bentaleb, Breel Embolo und Alessandro Schöpf bejubeln das Tor zum 1:0. | Foto: G. Kirchner

10. Spieltag

Schalke beendet Flaute: Sieg gegen Hannover

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Gelsenkirchen (dpa) – Nach dem Ende der Torflaute herrscht beim FC Schalke 04 die kollektive Erleichterung. Drei eigene Treffer in einem Spiel konnte der Vizemeister lange nicht bejubeln. Dennoch wollte Schalkes Trainer Domenico Tedesco von einem Befreiungsschlag nichts wissen.

«Wir haben die Heimspiele zuletzt nicht gut bestritten. Deshalb war es wichtig, dass wir uns endlich mal belohnen. Aber wir müssen weiter hart arbeiten.» Aufsichtsratsboss Clemens Tönnies glaubt nach dem 3:1 (0:0)-Erfolg gegen Hannover 96 an die Wende zum Guten: «Der Knoten ist geplatzt. Endlich!»

Der Algerier Nabil Bentaleb (57./Foulelfmeter), Breel Embolo (71.) und Mark Uth (85.) mit seinem lang ersehnten ersten Bundesliga-Treffer im Schalke-Dress bescherten dem Revierclub vor 61.959 Zuschauern in der Veltins-Arena den am Ende verdienten dritten Saisonsieg. «Für Mark und Breel freut es mich besonders», kommentierte Tedesco die Treffer des Ex-Hoffenheimers Uth und des Schweizers Embolo, der zuletzt viel Kritik nach zahlreichen vergebenen Chancen hatte einstecken müssen.

Uth rackerte am Samstag erneut unermüdlich und holte auch den Elfmeter heraus. Der allerdings war durchaus umstritten. 96-Keeper Philipp Tschauner, der wie beim 0:2-Pokal-Aus in Wolfsburg den an der Schulter verletzten Stammkeeper Michael Esser vertrat, hielt den Pfiff von Schiedsrichter Markus Schmidt in der 57. Minute für eine Konzessionsentscheidung. «Ich hatte das Gefühl, dass er nach zwei strittigen Situationen glaubte, gegen uns entscheiden zu müssen.»

Denn in der ersten Halbzeit hatte der Referee bei einem Zweikampf zwischen Josip Elez und Uth (31.) zunächst auf Strafstoß für Schalke erkannt, nach Intervention des Video-Assistenten die Entscheidung aber zurückgenommen. Auch die Nichtanerkennung eines Uth-Treffers (20.) wegen Abseits zum vermeintlichen 1:0 für Schalke war knapp.

Nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich durch Hendrik Weydandt (70.) kam beim Team von André Breitenreiter noch einmal Hoffnung auf, zumindest einen Punkt mitzunehmen. Doch das 1:1 hatte nur wenige Sekunden Bestand. «Entscheidend war, dass wir das zweite Tor zu schnell bekommen haben», klagte 96-Manager Horst Heldt nach der Niederlage gegen seinen Ex-Club, für den er sechs Jahre lang arbeitete.

Auch Breitenreiter war enttäuscht nach der sechsten Saisonniederlage, ausgerechnet gegen seinen ehemaligen Verein. «Der Elfmeter war umstritten, definitiv. Und wir haben nach dem Ausgleich viel zu schnell das 1:2 bekommen. Schade, dass wir uns nicht belohnt haben in Form von Punkten», sagte Breitenreiter, dessen Team mit nur sechs Zählern nach elf Spielen tief in der Abstiegszone feststeckt.

Für Schalke scheint es dagegen langsam nach oben zu gehen. Mit zehn Punkten finden die Königsblauen allmählich Anschluss an das Mittelfeld. Tedesco glaubt, dass sich die nach den fünf Niederlagen zum Saisonstart spürbare Verkrampfung allmählich löst. Entwarnung aber gibt er noch nicht. Schließlich wartet in Galatasaray Istanbul am kommenden Dienstag (21.00 Uhr) in der Champions League schon die nächste schwierige Aufgabe in der Arena. «Da haben wir eine riesige Chance, uns die Voraussetzungen für das Achtelfinale zu schaffen», sagte Schalkes Sportvorstand Christian Heidel.