VfB-Trainer
Noch im Amt: Stuttgarts Trainer Markus Weinzierl bei einem Interview nach dem Spiel gegen Werder Bremen. | Foto: Carmen Jaspersen

Nächstes Endspiel gegen 96

Stuttgart setzt weiter auf Trainer Weinzierl

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Bremen (dpa) – Markus Weinzierl wusste, bei wem er sich besonders zu bedanken hatte. Der heftig in der Kritik stehende Stuttgarter Trainer nahm nach dem umkämpften 1:1 (1:1) bei Werder Bremen am Freitagabend seinen Torwart Ron-Robert Zieler etwas länger in den Arm.

Der frühere Nationaltorhüter hatte schließlich mit zwei Glanztaten in der zweiten Halbzeit maßgeblichen Anteil am wichtigen Auswärtspunkt der Schwaben – und damit auch daran, dass Weinzierl beim VfB erst einmal weiter arbeiten darf.

Denn auch wenn die Stuttgarter nach wie vor auf den ersten Sieg im Jahr 2019 warten müssen und immer noch auf dem Relegationsplatz stehen, werteten alle Beteiligten den Auftritt an der Weser als Schritt in die richtige Richtung. Deshalb machte Sportvorstand Thomas Hitzlsperger unmittelbar nach der Partie auch klar, dass Weinzierl im brisanten Kellerduell gegen Hannover 96 am nächsten Wochenende auf der Bank sitzen wird. «Na klar. Wir haben einen Punkt in Bremen geholt. Das ist aller Ehren wert. Es war ein Schritt nach vorne», antwortete Hitzlsperger auf die Frage nach der Zukunft des Trainers.

Allerdings bleibt Weinzierl beim VfB ein Trainer auf Bewährung. Eine Niederlage gegen Hannover, und Hitzlsperger könnte vielleicht noch einmal den Chefcoach wechseln. Doch damit wollte sich der Ex-Nationalspieler am Freitag nicht beschäftigen. Er stellte lieber die positiven Dinge des Stuttgarter Auftritts in den Mittelpunkt. «Es hat mir gefallen, dass die Spieler bis zur letzten Sekunde gekämpft und Leidenschaft gezeigt haben», sagte Hitzlsperger. Daran gelte es nun anzuknüpfen. «Wir wissen, wo wir stehen und wo wir hinwollen. Es war wieder ein kleiner Schritt in die richtige Richtung, aber wir wissen auch, dass wir nach wie vor auf dem Relegationsplatz stehen.»

In Bremen stimmte bei den Schwaben wie zuletzt schon beim 1:3 gegen Leipzig zumindest die Einstellung. Eigentlich selbstverständlich, dennoch suchte man diese Grundtugend beim VfB im Laufe der Saison oft vergebens. Bereits in der zweiten Minute brachte Steven Zuber die Gäste in Führung, danach hätte Mario Gomez den Vorsprung zweimal ausbauen müssen, vergab aber jeweils leichtfertig. «Es tut mir leid für die Mannschaft, dass ich diese Chancen nicht genutzt habe», sagte der verhinderte Torjäger.

Statt mit einem 2:0 in die Pause zu gehen, kassierten die Stuttgarter unmittelbar vor dem Pausenpfiff den Ausgleich durch Davy Klaassen. Doch während der VfB nach solchen Negativerlebnissen zuletzt oft auseinanderfiel, stemmten sich die Gäste dieses Mal gegen den Bremer Sturmlauf, der von den Hausherren insgesamt aber auch viel zu planlos vorgetragen wurde. «Solche Rückschläge hätten uns vor ein paar Wochen noch den Punkt gekostet», sagte Weinzierl und wertete die Vorstellung seines Teams durchweg positiv.

In einer Woche gegen Hannover steht den Schwaben und ihrem Coach nun das nächste Endspiel bevor. Mit einem Sieg kann endlich etwas Ruhe einkehren, eine Niederlage wäre für Club und Trainer dramatisch. Weinzierl gab sich aber zuversichtlich. «Wir müssen gegen Hannover die Leidenschaft von heute zeigen und dann mit unseren Fans im Rücken die Partie gewinnen. Wir müssen einfach zeigen, dass wir den Sieg mehr wollen als Hannover.»