Kurt Sommerlatt, DFB-Pokalsieger 1955, 1956 und 1957 mit dem KSC beziehungsweise Bayern München, ist im Alter von 90 Jahren verstorben. | Foto: GES

Fütterer und Sommerlatt tot

Trauriges Wochenende für den KSC

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Dass die Mannschaft des Fußball-Drittligisten Karlsruher SC an diesem Dienstag in Zwickau mit Trauerflor zu ihrem Nachholspiel antreten wird, hatte für dessen Präsidenten Ingo Wellenreuther bereits festgestanden, noch ehe er am Sonntag durch einen weiteren Anruf aus der Sportredaktion der Badischen Neuesten Nachrichten vom Tode Heinz Fütterers erfuhr. Es dauerte eine Weile, bis Wellenreuther sich fasste und darauf antworten konnte. „Unfassbar und sehr traurig. Zu ihm hatte ich bis zuletzt ein sehr gutes Verhältnis“, sagte er. Wenige Stunden davor hatte der Clubchef auf die Nachricht reagiert, dass in Kurt Sommerlatt eine der großen KSC-Persönlichkeiten aus dem Leben geschieden ist.

„Kurt Sommerlatt war einer der größten Fußballer, die wird in unseren Reihen hatten. Ich erinnere mich noch lebhaft an seinen Ehrgeiz, als ich vor 25 Jahren mit ihm in den Alten Herren des KSC spielte“, würdigte Wellenreuther den ersten Bundesligatrainer des KSC, der im Anschluss an seine Fußballkarriere von 1962 bis 1965 die sportlichen Geschicke im Wildpark verantwortet hatte. Heinz „Pille“ Ruppenstein, KSC-Urgestein der 1950er und lebenslanger Freund Sommerlatts, trauerte um einen „echten Kameraden“.

Auf dem „Walk of fame“ in Berlin verewigt

Der in Karlsruhe geborene und in Stutensee lebende Sommerlatt ist der einzige deutsche Fußballer, dem es gelungen ist, in drei aufeinander folgenden Jahren DFB-Pokalsieger zu werden. 1955 und 1956 glückte ihm dies mit dem KSC, nach seinem Wechsel 1957 dann mit dem FC Bayern München. Das Ehrenmitglied des KSC hatte 1952 an den Olympischen Spielen teilgenommen, absolvierte aber niemals ein A-Länderspiel für Deutschland. Dafür landeten Hand- und Fußabdrücke Sommerlatts auf dem sogenannten „Walk of Fame“ in Berlin.

Fütterer war eine Galionsfigur des KSC

Am 3. November des vergangenen Jahres war zwar nicht Sommerlatt, dafür aber Ruppenstein als Vertreter aus der Pokalsiegermannschaft von 1955 zur Abriss-Feier im Wildparkstadion vertreten. Die aktuelle Mannschaft gewann in Nostalgietrikots zunächst ihr Drittligaspiel mit 2:1 gegen die Würzburger Kickers. Danach liefen Ruppenstein mit den Größen der Valencia-Sieger und Vertretern aus der letzten Bundesligagarde Ehrenrunden. Mit dabei: Heinz Fütterer, der „weiße Blitz“ – eine Ikone der deutschen Leichtathletik und eine Galionsfigur des KSC, die sich als Mitglied des Ehrenrats bis zuletzt um Vereinsbelange kümmerte.

In der Nacht auf Sonntag ist „der weiße Blitz“ im Alter von 87 Jahren nach kurzer, schwerer Krankheit in seinem Zuhause im Olympiaweg in Elchesheim-Illingen gestorben, wie sein Sohn Marc der Deutschen Presse-Agentur bestätigte.

Nachrufe auf die beiden großen Persönlichkeiten des KSC und Reaktionen von Wegbegleitern gibt es im Digitalangebot der BNN.