Trainer/ Headcoach Ivan Rudez (PSK) klatscht ab. GES/ Basketball/ Pro A: PSK Lions Trainingsauftakt, 15.08.2019 Basketball: Pro A: PSK Lions Showtraining, Karlsruhe, August 15, 2019
Ivan Rudez trainiert seit vergangenem November die PSK Lions in der Zweiten Liga, die er als sehr ausgeglichen einschätzt. Für die Karlsruher Basketballer beginnt die Saison am Samstag, 21. September, in Trier. | Foto: GES

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Viele Neue, wenig Erfahrung: Die PSK Lions vor Reise ins Ungewisse

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Für die Karlsruher Basketballer der PSK Lions beginnt am Samstag wieder der Liga-Alltag. Das Zweitliga-Team muss zum Auftakt am Samstag bei den Gladiators Trier ran. Die Aufgabe für Coach Ivan Rudez ist schwierig. Neun Neue sind im Kader. Wohin geht die Reise der Lions?

Als Ivan Rudez im November vergangenen Jahres bei den PSK Lions den glücklosen Michael Mai ersetzte, da betrat der kroatische Basketball-Coach Neuland. Die deutsche Zweite Liga war für den 39-Jährigen, der zuvor unter anderem in der Schweiz die Genfer Lions zu zwei Meistertitel geführt hatte, eine Unbekannte. Das ist sie nun nicht mehr. Und trotzdem sieht sich Rudez zum Start der neuen Saison vor einer „Reise ins Ungewisse“. Denn er hat auch lernen müssen, dass die Zweite Liga Pro A angesichts der hohen Spieler-Fluktuation „wie ein Bahnhof ist“. Es ist, sagt Rudez, „eine Transit-Liga.“

Drei Profis aus dem Vorjahr sind noch dabei

Dass hat der Headcoach auch bei seinem Arbeitgeber erfahren. Nur drei Profis aus der Vorsaison tragen auch diese Runde wieder das Lions-Trikot. Die finanziellen Mittel des PSK sind beschränkt. Nach der starken Premierensaison in Liga zwei verloren die Lions Richard Williams und Jarelle Reischel, diesen Sommer nun Davonte Lacy und Dominique Johnson. Lacy verdient in der türkischen Zweiten Liga mehr Geld, Johnson beim Liga-Rivalen Chemnitz, den Rudez wie BBL-Absteiger Jena, Rostock oder auch Tübingen ganz oben erwartet. Der Etat der Karlsruher, die möglichst erneut in die Play-offs einziehen wollen, liegt auch im dritten Zweitliga-Jahr noch weit unter dem Liga-Durchschnitt von 1,1 Millionen Euro.
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Lions-Coach Rudez lobt die Teamchemie

Das Gesicht der neuen Mannschaft ist auch deshalb ein recht junges. Rookies wie Marcus Stroman oder Josh Nzeakor haben keine Profi-Erfahrung. Andere, wie Justin Gordon oder Daniel Norl, nur wenig. „Wir müssen andere Dinge in die Waagschale werfen“, sagt Rudez: „Absolute Leistungsbereitschaft, taktische Disziplin, mannschaftliche Geschlossenheit.“ Die Erfahrung mag bei manch einem fehlen, „aber das sind junge, hungrige Spieler, die sich beweisen wollen“, sagt Rudez, der sich seit Beginn der Vorbereitung vor allem als Basketball-Lehrer gefordert sieht. Die Einheiten sind oftmals knackig, doch das Team um Kapitän Orlando Parker zieht mit. „Wir haben eine gute Team-Chemie. Die Jungs genießen es, zusammenzuspielen“, stellt der Coach fest.

Ein Debütant soll als Aufbauspieler bei den Karlsruhern durchstarten

Entscheidend dafür, ob das geschnürte Kader-Paket aufgeht, wird unter anderem sein, ob Profi-Debütant Stroman als Point Guard sein Talent aufs Zweitliga-Parkett bringt. Rudez glaubt daran, hält viel vom 23 Jahre alten US-Amerikaner. Wie Stroman könnten die Lions auch bei Center Nzeakor dank der Try-out-Verträge aber auch noch mal reagieren, so sich die Erwartungen nicht erfüllen. Unterm Korb liegt so oder so viel Last auf Maurice Pluskota, der nach starkem Debütjahr in der Vorsaison von Verletzungen geplagt und von Formschwankungen verfolgt war. Der 2,09-Meter-Mann habe über den Sommer aber auch individuell hart gearbeitet, „er ist in einer Top-Verfassung“, sagt Rudez, der weiß: „Wir brauchen ihn in einer Top-Verfassung.“

Lions vor dem Start: Immerhin verletzungsfrei

Die wichtigste Nachricht für Rudez ist vor dem Start am Samstag (19.30) bei den Gladiators Trier zunächst einmal, dass alle Akteure die Vorbereitung verletzungsfrei überstanden haben. Das war im vorigen Jahr ganz anders, als die Lions schon personell gehandicapt in die Runde gingen und der vormalige Erfolgscoach und jetzige Trainer beim Rivalen Bremerhaven, Michael Mai, auch deshalb das Team nicht mehr auf Kurs brachte. Das gelang Rudez, der nun vor seiner ersten kompletten Saison-Reise in der Pro A steht. Sein Ziel? Ganz einfach: „So viele Spiele wie möglich gewinnen.“