Starkünstler Markus Lüpertz soll die Karlsruher U-Strab ausgestalten. Aktuell läuft seine Ausstellung im ZKM. Foto:dpa | Foto: dpa

Keramik für die Haltestellen

Starkünstler Markus Lüpertz soll die Karlsruher U-Strab ausgestalten

Anzeige

Die Karlsruher U-Strab hat die Chance auf künstlerische Weltgeltung. Der Künstler Markus Lüpertz will 14 Kunstwerke für die künftigen sieben Haltestellen der U-Strab gestalten. Dafür plant Lüpertz einen gesamten Zyklus. Lüpertz will die biblische Schöpfungsgeschichte („Genesis“) mit ihren sieben Schöpfungstagen abbilden. Dabei handelt es sich jeweils um zwei mal vier Meter große Keramikreliefs. Sie sollen bei der Majolika produziert werden.

Plan ist weit gediehen

Der Plan ist bereits weit gediehen. Lüpertz, der sich als „Urkarlsruher“ bezeichnet, sagte in einem den BNN vorliegenden Interview mit Bernd Gnann (Baden-TV): „Die Beziehung zu einer Art Heimatstadt dadurch zu festigen, dass man etwas Kulturelles und hoffentlich Großartiges leistet, ist doch naheliegend.“

Nach BNN-Informationen haben Karlsruhes Oberbürgermeister Frank Mentrup (SPD) und die städtische Tochter Kasig, die den Tunnel baut, Zustimmung signalisiert. Das Projekt muss allerdings über private Gelder finanziert werden. Motor und geistiger Vater des Projekts ist der einstige Majolika-Geschäftsführer Anton Goll. Er sammelt bereits in der Karlsruher Wirtschaft Sponsorengelder. Dem Vernehmen nach werden rund eine Million Euro benötigt.

Hälfte der Sponsorengelder bereits vorhanden

Wie Goll gegenüber den BNN sagte, ist die Hälfte der Summe bereits vorhanden. Seit 2015 existiert bereits die Idee, dass Lüpertz die Haltestellen der voraussichtlich 2020 fertiggestellten U-Bahn gestalten soll. Allerdings sahen die ersten Ideen deutlich größere Kunstwerke vor. Damals lehnte die Stadt mit dem Verweis auf die abgeschlossene Tragwerksplanung und den laufenden Ausbau der Haltestellen ab, außerdem verwies man auf das bereits 2004 beschlossene Kunstkonzept, eine Lichtinstallation.

Kunstwerke an Stelle von Videowänden

Nun hat man sich aber geeinigt. Die Kunstwerke sollen an die Stelle kommen, wo ursprünglich Videowände eingeplant waren. Sollte der Plan Wirklichkeit werden, wäre Karlsruhes U-Bahn wohl die einzige U-Bahn in der Welt mit einem durchgehenden Kunstkonzept.

Weitere Hintergrundberichte zu dem Kunstprojekt in der aktuellen BNN-Wochenendausgabe

Ausstellung von Lüpertz im ZKM

Im Karlsruher ZKM ist aktuell eine große Werkausstellung von Markus Lüpertz zu sehen. Hier unsere Berichterstattung: