50 Wohnungen errichtet die Baugemeinschaft im Quartier Durlacher-/Steigenhohlstraße in Ettlingen. Es handelt sich ausschließlich um Mietwohnungen für Mitglieder. | Foto: hei

Investitionen in Mietwohnungen

Baugemeinschaft Ettlingen: „Grundstückspreise explodieren“

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Die Baugemeinschaft Ettlingen hält auch in einer Zeit, da fast täglich vom unbezahlbar werdenden Wohnen gesprochen und geschrieben wird, an ihrer Geschäftspolitik fest, Wohnraum für Normalverdiener zu „vernünftigen Preisen“ zu schaffen. Das machte der Aufsichtsratsvorsitzende Josef Offele bei der Vertreterversammlung deutlich.

Grundstückspreise explodieren

Er verhehlte nicht, dass es „immer schwieriger“ werde, dieses Ziel zu erreichen. Zum einen „explodieren die Grundstückspreise in Zuzugsregionen, wie wir eine sind“, zum anderen würden den Wohnungsbauunternehmen ständig neue Belastungen auferlegt“, etwa durch den Gesetzgeber. Offele appellierte an die Kommunen, den Genossenschaften Grundstücke zur Verfügung zu stellen, auf denen diese dann Mietwohnungen errichten. Hier sei man beispielsweise mit Pfinztal auf einem „guten Weg“, und auch in Rheinstetten zeichne sich ein Projekt ab.

Millionenprojekte in Ettlingen

In Ettlingen investiert die Baugemeinschaft im Quartier Durlacher-/Steigenhohlstraße rund 18 Millionen Euro in den Bau von 60 neuen Wohnungen und ein, zwei kleinen Gewerbeeinheiten. Der Abriss der alten Wohnblocks ist inzwischen erfolgt (wir berichteten ausführlich). In Grötzingen wendet sie 16 Millionen Euro für 50 Wohnungen und Seniorenwohnen auf. „Wir sind nicht auf Gewinnmaximierung ausgerichtet, sondern unseren Mitgliedern verpflichtet“, betonte der Aufsichtsratsvorsitzende.

Mietwohnungsbestand weitgehend saniert

Ein paar Zahlen zum Geschäftsjahr 2017 lieferte sodann Vorstand Thomas Müller. Demnach gab die Baugemeinschaft 2017 rund 2,9 Millionen Euro für nachhaltige Modernisierung ihrer Wohnungen aus. Das ist ein etwas höherer Betrag als 2016. Man habe es nahezu vollständig geschafft, den Wohnungsbestand an „heutige Anforderungen anzupassen“.

Keine Asylbewerberunterkunft

In Ettlingen beginne die Genossenschaft noch in diesem Monat mit dem Projekt Rheinstraße 145 und 145 a; dort entstehen 17 Wohnungen. Zunächst war geplant, der Stadt bei der Unterbringung von Asylbewerbern zu helfen. Da es jetzt danach aussehe, als brauche die Stadt keine Wohnungen mehr für die Anschlussunterbringung, „werden wir die Wohnungen als Sozialwohnungen vermieten“, so Müller. Investiert würden an dem Standort fünf Millionen Euro.

Wenig Wohnungswechsel

Ende 2017 hatte die Baugemeinschaft 915 Wohnungen in ihrem Bestand; mit 60 Mietkündigungen lag die Quote wieder „sehr niedrig“. Bei den Sollmieten gab es einen leichten Anstieg von 22 Cent auf durchschnittlich 6,99 pro Quadratmeter. In 19 Mietverhältnissen bewegen sich die Preise zwischen 8,25 und 8,75 Euro, bei Neubauten sei die Baugemeinschaft gezwungen, höhere Mieten zu verlangen. Hier kalkuliert sie zwischen neun und elf Euro pro Quadratmeter.

Mitgliederzahl ist gestiegen

Die Baugemeinschaft verwaltet neben ihren eigenen Häusern drei Eigentümergemeinschaften mit 58 Wohnungen, 37 Garagen und einem Kindergarten. Angestiegen ist die Mitgliederzahl, und zwar um knapp 100 auf nunmehr 2.932. 19 Frauen und Männer verdienen in der Genossenschaft ihre Brötchen, darunter zwei Azubi im kaufmännischen Bereich. Ende 2017 betrug das Gesamtvermögen der Baugemeinschaft gut 57 Millionen Euro, die Verbindlichkeiten lagen bei 39, 9 Millionen Euro.

Vier Prozent Dividende

Der Jahresüberschuss von 348.000 Euro wird dazu verwendet, 147.400 in die Ergebnisrücklage zu stecken und eine Dividende von vier Prozent aus dem Bilanzgewinn zu zahlen. Die Vertreterversammlung stimmte dem genauso zu wie einer aus formal erforderlichen Satzungsänderung. In den Aufsichtsrat wiedergewählt wurden Axel Münch (Ettlingen) und Heinz Lang (Bretten)