Ein Stromausfall war die Folge eines Brands in einer Trafo-Station in Bruchsal. Der Stromverteiler im Hinterhof des Kinderhauses St. Rafael an der Durlacher Straße sorgte für mächtig Wirbel.
Ein Stromausfall war die Folge einer brennenden Trafo-Station in Bruchsal. Der Stromverteiler steht an der Durlacher Straße. Der Stromausfall sorgte für mächtig Wirbel. | Foto: Czemmel

Brand nach Baggerbiss

Stromausfall in Bruchsal

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Für Aufregung und Fragen sorgte am Donnerstag über Mittag ein Stromausfall, der weite Teile der Bruchsaler Kernstadt betraf und neben Produktionsbereichen der Firma SEW auch Haushalte bis nach Heidelsheim von der Versorgung abschnitt. Um 16.30 Uhr waren nach Angaben der Stadtwerke große Teile wieder mit Strom versorgt. Bei der SEW werde noch etwa bis 17.30 Uhr gearbeitet. Nur im Bereich „In der Steig“, wo die Fehlerursache liege, benötige man voraussichtlich bis Freitag für die Reparaturen, sagte Stadtwerke-Chef Armin Baumgärtner zu den BNN. Auch in der Bruchsaler BNN-Redaktion fielen PC-Bildschirme, Telefone und die Klima-Anlage für etwa 10 Minuten aus.

Ein Brand in einem Trafo-Häuschen war nach Feuerwehrangaben die Ursache für den Stromausfall. Es kam an der 20-kV-Zuleitung zum Verteiler zu einem Kurzschluss. Der Stromverteiler steht im Hinterhof des Kinderhauses St. Raphael an der Durlacherstraße. Aus ihm drang viel Rauch in die Umgebung und auch der Einsatz von Feuerwehr und Rettungsdienst sorgten für viel Wirbel – nicht zuletzt in den sozialen Netzwerken.

Zwei Kabel gerissen

Baumgärtner, Stadtwerke-Geschäftsführer, vermutete als Grund für den Brand in der Trafo-Station,  vorbehaltlich näherer Kenntnisse zu der Zeit, einen Baggerbiss, der zwei Kabel zerrissen habe. Mitarbeiter der Stadtwerke buddelten nach den schadhaften Stellen, um die Leitungen neu zu „muffen“, wie der Terminus technicus fürs korrekte Verbinden laute, so Baumgärtner.

Ampeln und Altenheim ohne Strom

Der Stromausfall zog weite Kreise. Unter anderem war die Ampelanlage an der Prinz-Max-Kreuzung B3/B35 lange Zeit ausgefallen, Bereiche der Getriebe-Produktion bei SEW sind und das Altenheim an der Durlacher Straße war betroffen. Dieses verfüge laut Tibor Czemmel, Pressesprecher der Feuerwehr, im Notfall über eine Notstromversorgung.

Thema Nr 1 in sozialen Netzwerken

Über Facebook und andere digitale Kanäle berichteten die Anwohner, wie lange der Strom in der Neutorstraße, der Molktestraße oder in Obergrombach fehlte oder posteten, welche ihrer Geräte ausfielen und berichteten etwa von abgetauten Gefrierschränken. Auch ein benachbartes Fitness-Studio sei betroffen. Viele Haushalte waren tatsächlich bis in den späteren Nachmittag hinein ohne Strom. Die Enbw hatte diesen bereits kurz nach der Rauchentwicklung vorsorglich abschalten lassen.

Feuerwehr und Rettungsdienst vor Ort

Die Feuerwehr war unter Einsatzleiter Thomas Zöllers von 12.35 bis 14.15 Uhr mit 25 Mann, zwei Fahrzeugen und einem Behälter mit Sonderlöschmitteln vor Ort. Brände unter Beteiligung von Strom ließen nicht mit Wasser löschen, so Czemmel. Der Rettungsdienst war – Standard bei Strombeteiligung – zur Absicherung angerückt. Benötigt wurde er nicht.