Kinderkram
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Neues aus dem Elternleben

Sturm der Viren

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Meist ist es gut, sich auf Dinge verlassen zu können. Die Jahreszeiten. Tag und Nacht. Öffnungszeiten, Zugfahrpläne und Paketdienste (kleiner Scherz am Rande). Leider hat auch weniger Schönes seine Gesetzmäßigkeiten. Magen-Darm-Grippe-Viren zum Beispiel, die – wenn sie über Familien hereinbrechen – klaren Regeln folgen:

Regel Nummer eins: Die Viren beginnen ihr fieses Handwerk ausschließlich zu einem von zwei möglichen Zeitpunkten. Entweder: Gleich morgens im Kindergarten, wenn man – kaum bei der Arbeit angekommen – gerade mitten in einer wichtigen Aufgabe steckt, bevor der Blick auf das unheilvoll blinkende Telefon fällt. Oder: Spätabends, wenn man zu lange aufgeblieben ist und sich schnell bettfertig machen will, um wenigstens ein paar Stunden Schlaf zu bekommen, und plötzlich die ersten unmissverständlichen Geräusche aus dem Kinderzimmer hallen.

Regel Nummer zwei: Die letzte Mahlzeit vor Ausbruch der Krankheit besteht aus einer mindestens dreifachen Portion von Nahrungsmitteln in möglichst intensiven Farbtönen, die sich so dauerhaft auf Bettwäsche und Teppichen manifestieren können.

Regel Nummer drei: Die virenbedingte Entleerung des Mageninhalts findet niemals nur an einem einzigen Ort statt. Bei jüngeren Kindern sorgt gerne das in Bezug auf Magen-Darm-Grippen hysterischere Elternteil für diesen Umstand, indem es das Kind noch in der Spei-Akutphase ohne für das andere Elternteil ersichtlichen Grund an einen anderen Ort trägt und damit für eine flächendeckende Verteilung sorgt. Ältere Kinder erledigen das selbst, indem sie auf dem Weg zur Toilette einen Abstecher zum Elternbett machen, um ihren Zustand plakativ kundzutun.

Regel Nummer vier: Magen-Darm-Viren heften sich grundsätzlich an mindestens zwei Familienmitglieder, von denen eines immer ein Elternteil ist. Die Ausbrüche erfolgen dabei zwingend hintereinander. Die goldene Regel der Qual: Zuerst die Kinder, dann die Eltern.

Auf Magen-Darm-Grippen ist eben einfach Verlass.