Angeklagter im Prozess um vergiftete Babynahrung
Der angeklagte mutmaßliche Supermarkt-Erpresser (M) wird in den Gerichtssaal begleitet. | Foto: Marijan Murat/Archiv

„Gehörige Portion Glück“

13 Jahre Haft im Prozess um vergiftete Babynahrung gefordert

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Update: Laut SWR hat das Landgericht Ravensburg den Angeklagten für schuldig befunden und zu zwölfeinhalb Jahren Haft verurteilt.

Im Prozess um vergiftete Babynahrung hat die Staatsanwaltschaft in Ravensburg 13 Jahre Haft für den Angeklagten gefordert. Oberstaatsanwalt Peter Vobiller hielt am Montag im Plädoyer zu dem Erpressungsfall am Vorwurf des versuchten Mordes in fünf Fällen fest.

Jedes der Gläser, die der Angeklagte vor rund einem Jahr in Geschäften auslegte, habe eine tödliche Dosis Gift enthalten, sagte er vor dem Landgericht. Nur dank intensiver Polizeiarbeit – „aber wenn man ehrlich ist, auch einer ganz gehörigen Portion Glück“ – sei damals kein Kind zu Tode gekommen.

Staatsanwaltschaft: Angeklagter wollte 11,75 Millionen Euro erpressen

Der 54 Jahre alte Angeklagte habe versucht, 11,75 Millionen Euro von Handelsunternehmen zu erpressen. Vobiller sah die Mordmerkmale Habgier, Heimtücke und Grausamkeit als gegeben an. Dafür forderte er acht Jahre, weitere fünf Jahre wegen räuberischer Erpressung in sieben Fällen. Zuvor hatte der psychiatrische Sachverständige den Angeklagten als schuldfähig eingeschätzt. Der Oberstaatsanwalt folgte in seiner Begründung dem Gutachten.

Nach einer Verhandlungspause beantragte der Verteidiger sieben Jahre Haft wegen versuchter besonders schwerer räuberischer Erpressung. Den Tatvorwurf des versuchen Mordes sah er nicht als erwiesen an. Der Angeklagte verlangte am Abend einen Arzt. Es war zunächst unklar, wann das Urteil gesprochen wird. Das Gericht hatte für diesen Dienstag einen weiteren Termin angesetzt.

dpa