Schulunterricht
Schüler melden sich während des Unterrichts. | Foto: Felix Kästle/Archiv

Start Anfang 2019

Zwei Institute sollen für besseren Schulunterricht sorgen

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Mithilfe von zwei neuen Instituten will sich Baden-Württemberg den Spitzenplatz in bundesweiten Schüler-Vergleichsstudien zurückerkämpfen. Das grün-schwarze Kabinett gab am Dienstag in Stuttgart grünes Licht für das Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung (ZSL) und das Institut für Bildungsanalysen Baden-Württemberg (IBBW).

Die Institute sollen Anfang 2019 an den Start gehen und die Lehrerfortbildung und die Unterrichtsqualität im Land verbessern. Beim bundesweiten Vergleich von Schülerleistungen lag Baden-Württemberg früher weit vorne. In den vergangenen Jahren sind die Mädchen und Jungen im Südwesten aber deutlich abgesackt. Seitdem wird über Gegenmaßnahmen diskutiert.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) sagte: «Wir müssen eine bessere Schul- und Unterrichtsqualität mit höchster Priorität zu unserem Ziel machen.» Baden-Württemberg habe sich zu lange auf den Erfolgen ausgeruht. Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) erklärte: «Wir müssen eine Kultur des Hinschauens etablieren, um frühzeitig Hinweise auf Verbesserungsbedarfe zu erhalten, sowohl auf Ebene der Einzelschule als auch für das Gesamtsystem.»

Die GEW forderte konkretere und schnellere Schritte zur Qualitätsverbesserung an den Schulen. Grün-Schwarz könne etwa die Mittel zur Lehrerfortbildung aufstocken und Fortbildungskräfte besser zu bezahlen. Der Vize-Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, Stefan Fulst-Blei, kritisierte, die Reform bedeute mehr Zentralismus und Kontrolle. Sie lösten die Probleme an den Schulen aber nicht. AfD-Bildungsexperte Rainer Balzer forderte unter anderem «mehr regelmäßigen Unterricht mit klaren Leistungsvorgaben» an den Schulen.

Das ZSL mit 195 Stellen soll unter anderem die Lehrerfortbildung verbessern, Führungskräfte an den Schulen qualifizieren und Bildungspläne für die Fächer erarbeiten. Das IBBW mit 135 Stellen soll sich dem Bildungsmonitoring widmen, also Daten heranschaffen und aufbereiten, um zu sehen, wo jede einzelne Schule qualitativ steht. Dabei gehe es nicht um «Schulrankings», beteuerte die Regierung, sondern darum, jede Schule möglichst passgenau weiterzuentwickeln.

Die Landesregierung rechnet für die beiden Institute im Jahr 2019 mit Kosten in Höhe von rund 9,3 Millionen Euro. Für das Jahr 2020 sind es rund 5,9 Millionen Euro. In den Jahren 2021 bis 2023 fallen laut Kabinettsvorlage jeweils Kosten in Höhe von rund 6 Millionen Euro an.

Bis sich die Maßnahmen aber in den Schulen niederschlagen und die Leistungen der Schüler wieder besser werden, kann es dauern. Dass solche Prozesse Zeit bräuchten, sei klar, sagte Eisenmann. «Wir werden in Schritten Ergebnisse sehen.» Es geht der Ministerin dabei nicht primär um das Abschneiden in Vergleichsstudien. «Dass wir sicher lieber lesen wie früher «Bildungsland Nummer Eins» als wie vor eineinhalb Jahren «Bildungsland ist abgebrannt», da sind wir uns einig», sagte Eisenmann. «Da geht es aber nicht um Rankings, da geht es auch nicht um mich, sondern um die Schülerinnen und Schüler», sagte sie mit Blick auf die Bildungschancen eines jeden Kindes. (dpa/lsw)