Tür zum OP-Bereich einer Klinik
In einer Klinik steht die Tür zum OP-Bereich ein Stück weit offen. | Foto: Stefan Puchner

Donauwörth

Ermittlungen gegen Klinikarzt nach Hepatitis-Infektionen

Anzeige

Im nordschwäbischen Donauwörth soll ein Klinikarzt mehrere Patienten mit Hepatitis C infiziert haben. Das Gesundheitsamt geht von mindestens vier Betroffenen aus. Gegen den Mediziner gebe es ein Ermittlungsverfahren, sagte der Augsburger Oberstaatsanwalt Matthias Nickolai am Dienstag.

Hepatitis C ist eine Lebererkrankung, die üblicherweise durch ein auf dem Blutweg übertragenes Virus verursacht wird und zu schweren Folgeerkrankungen führen kann. Die von Krankenhäusern verwendeten Blutkonserven müssen auf den Erreger getestet sein.

Wie der Arzt, der selbst an der Viruserkrankung leiden soll, die Patienten infiziert haben soll, ist laut Nickolai unklar. Das sei nun Gegenstand der Ermittlungen. «Erst einmal muss man feststellen, ob es tatsächlich sicher ist, dass die Infektionen von ihm kamen», sagte Nickolai. Die Polizei arbeite bei den Ermittlungen eng mit dem Gesundheitsamt zusammen.

Das Landratsamt berichtete, dass die vier Hepatitis-C-Fälle bei Patienten bekannt wurden, die zu Operationen in der Donau-Ries-Klinik in Donauwörth waren. «Nach bisherigem Kenntnisstand muss davon ausgegangen werden, dass die Übertragung des Virus durch einen Arzt des Krankenhauses erfolgte, der mit dem Virus infiziert war», hieß es von der Kreisbehörde zur Ursache.

Nun sucht das Gesundheitsamt nach weiteren möglicherweise Erkrankten. «Nachträglich werden jetzt alle weiteren möglicherweise betroffenen Patienten durch das Gesundheitsamt angeschrieben und zu Untersuchungen gebeten.»

Hepatitis-C-Infektionen verlaufen nach Angaben des Robert Koch-Instituts meist chronisch und zählen zu den wichtigsten Ursachen von Leberzirrhose und Leberkrebs. Weltweit gehöre die Krankheit zu den häufigsten Infektionserkrankungen, Deutschland gehöre aber zu den Ländern mit einer geringen Verbreitung. (dpa/lsw)