Am Ursprungsort vieler Abenteuer: Alexander Gerst (rechts) im KIT neben dem Institutspräsidenten Holger Hanselka. Foto: Makartsev

Astronaut am KIT in Karlsruhe

Alexander Gerst: „Gebt euren Träumen eine Chance“

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„Wenn ihr einen Traum habt, gebt ihm eine Chance, bevor es zu spät ist!“ Mit dieser Botschaft ist am Freitag der deutsche Astronaut Alexander Gerst nach Karlsruhe zurückgekehrt – „zum Ursprungsort meiner Reisen“, wie der 43-Jährige bei seiner Ehrung im Karlsruher Institut für Technologie (KIT) betont hat.

Der aus Künzelsau stammende Raumfahrer hatte seine wissenschaftliche Laufbahn 1997 an der damaligen Universität Karlsruhe begonnen. Nun hat deren Nachfolger KIT den Raumfahrer jetzt mit einer Ehrendoktorwürde ausgezeichnet. „Sie haben für alle eine Vorbildfunktion“, betonte Institutspräsident Holger Hanselka vor der feierlichen Übergabe der Urkunde an Gerst, der unter anderem wegen seiner leidenschaftlichen Videos und Twitter-Nachrichten aus dem All als einer der weltweit erfolgreichsten Kommunikatoren der Wissenschaft gilt.

KIT-Fahne aus dem All als Mitbringsel

Der ESA-Astronaut brachte als Geschenk nach Karlsruhe eine Fahne des KIT mit, die im Weltraumlabor Columbus in der Internationalen Raumstation (ISS) um die Erde gekreist ist und nach seinen Worten insgesamt einen Weg zurückgelegt hat, der etwa der Entfernung bis zur Sonne entsprechen dürfte.

Alexander Gerst erhält die Ehrendoktorwürde am Karlsruher Institut für Technologie
Astro-Alex Gerst bei seinem Vortrag am KIT | Foto: Makartsev

In einem Vortrag im restlos ausgefüllten Audimax des KIT erzählte Gerst, was ihn am Weltraum so fasziniert: „Die Hälfte aller Atome in unserem Körper kommt von jenseits unserer Milchstraße. Darum schauen wir so gerne in den Sternenhimmel“.

Indirektes Lob für „Fridays for Future“

Der im Umweltschutz engagierte Raumfahrer, der zuletzt 2018 als erster Deutscher als Kommandant in der ISS gearbeitet hat, lobte indirekt die Schülerbewegung „Fridays for Future“ und mahnte größere Anstrengungen im Kampf gegen den Klimawandel an: Als kleiner blauer Punkt im endlosen schwarzen Ozean habe unser Planet „keine Bedeutung“ im All. „Wenn wir sie kaputt machen, ist es dem Universum egal“, unterstrich er.

Erinnerungen an Karlsruher Studentenjahre

Gerst hat warme Erinnerungen an seine Studentenjahre in Karlsruhe. „Mit der Stadt verbinde ich den Start zu vielen Abenteuern“, sagte er. Einen ausführlichen Bericht über den Besuch von Alexander Gerst in Karlsruhe lesen Sie in der Samstagsausgabe der BNN.