Grünen-Politiker Franz Untersteller
Grünen-Politiker Franz Untersteller. | Foto: Fabian Sommer

Stuttgart

Artenvielfalt: Meinungen über die Wege gehen auseinander

Anzeige

Artenvielfalt ist wichtig – darüber sind sich alle Fraktionen im Landtag einig. Doch wie es um das Thema im Südwesten bestellt ist und welche Maßnahmen zum Schutz von Insekten und Co. nötig sind, darüber gingen die Meinungen am Mittwoch im Stuttgarter Landtag auseinander.

Die grün-schwarzen Regierungsfraktionen verwiesen darauf, dass Baden-Württemberg beim Artenschutz schon viel weiter sei als das benachbarte Bayern. Dort hatten fast 1,75 Millionen Menschen ein Volksbegehren zur Artenvielfalt unterzeichnet und somit einen stärkeren Natur- und Artenschutz gefordert.

Die SPD-Abgeordnete Gabi Rolland warf der Landesregierung von Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) vor, nicht genug für den Artenschutz zu tun. So komme man mit der Reduzierung von Pestiziden in der Landwirtschaft nicht voran. Der FDP-Abgeordnete Andreas Glück vermisste eine genaue Diagnose dazu, wo genau und warum es weniger Insekten gebe. Der AfD-Abgeordnete Udo Stein hielt den Grünen vor, mit dem Eintreten für die Energiewende selbst zum Artensterben beizutragen. So fielen viele Fledermäuse, Vögel und Insekten den zahlreichen Windkraftanlagen zum Opfer. Er warnte davor, die Landwirte und Bürger in Sachen Naturschutz zu bevormunden.

Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) sagte, Baden-Württemberg sei der Lebensraum für 50 000 Tier- und Pflanzenarten. Davon seien rund 40 Prozent in einem unterschiedlichen Ausmaß gefährdet. Untersteller sprach sich dafür aus, die Verbraucher stärker in die Pflicht zu nehmen: Nur, wenn diese bereit seien, für Produkte vernünftige Preise zu zahlen, könnten die Landwirte davon leben.

Mehr Umweltqualität und mehr Biolebensmittel bedeuteten immer auch höhere Preise, meinte auch Agrarminister Peter Hauk (CDU). Er warnte davor, Pflanzenschutzmittel zu verteufeln. «Ein Pflanzenschutzmittel ist ein Mittel zum Schutz der Pflanze. Es ist nicht per se ein Insektenvernichtungsmittel.» Wer sich ernähren wolle, brauche Kulturpflanzen – und damit eben auch Pflanzenschutzmittel.

dpa/lsw