Stephan Weil, Markus Söder und Winfried Kretschmann
Stephan Weil, Markus Söder und Winfried Kretschmann. | Foto: Britta Pedersen

Berlin

Auto-Länder kritisieren den Bund: Zu viel Zeit verspielt

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Die Autoländer Baden-Württemberg, Niedersachsen und Bayern wollen enger zusammenarbeiten und fordern vom Bund mehr Tempo beim Umbau der Autobranche. «Zu viel Zeit wurde auf Bundesebene schon verspielt und zu viele Ziele wurden verfehlt», hieß es in einem Papier, das die Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann (Grüne), Stephan Weil (SPD) und Markus Söder (CSU) am Freitag gemeinsam in Berlin vorstellten.

«Handeln statt zu diskutieren, entscheiden statt nur zu warten – wir brauchen eine Art geistige Druckbetankung beim Thema Automobil in Deutschland», sagte Söder. Kretschmann mahnte, es sei «keine Selbstverständlichkeit», dass auch in Zukunft das Auto in Deutschland vom Band rolle. «Es muss mehr Tempo in die ganze Entwicklung kommen.» Der Bund müsse dafür Rahmenbedingungen schaffen.

Weil sieht die Brache vor dem größten Umbau ihrer Geschichte. Die Politik habe oft geglaubt, man könne sich mit Vorgaben für Zielsetzungen begnügen, es brauche aber eine «aktive Begleitung». Unter anderem fordern die Länderchefs vom Bund mehr Geld in den Ausbau von Ladesäulen für Elektroautos und die Forschung zu stecken. Sie kündigten an, trotz der Konkurrenz untereinander enger zusammenzuarbeiten, etwa beim Aufbau der Lade-Infrastruktur oder bei gemeinsamen Ausbildungsinitiativen und Forschungsprogrammen. dpa/lsw