Futterhäuschen
Vögeln ist es nicht gleichgültig, in welchem Garten sie sich niederlassen. Einige Pflanzen und Bäume sind den Piepmätzen beispielsweise sympathischer als andere. | Foto: Roland Weihrauch/Archiv

Gärtnern für die Vögel

Blühende Oase statt Schottergarten: So fühlen sich Vögel im Garten wohl

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Im Frühling beginnt auch wieder die Zeit der Gartenarbeit. Viele wecken ihren Garten jetzt aus dem Winterschlaf und machen das heimische Grün frühlingsfit. Wer darauf Wert legt, dass sich auch Vögel im eigenen Garten wohlfühlen, muss dafür einiges beachten. Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) gibt Tipps.

Vögeln ist es nicht gleichgültig, in welchem Garten sie sich niederlassen. Einige Pflanzen und Bäume sind den Piepmätzen beispielsweise sympathischer als andere. Hier sind einige Merkmale eines Gartens, in dem sich Vögel sicher wohlfühlen.

1. Obstbäume statt exotischer Pflanzen

Exotische Büsche, Bäume und Blumen sehen zwar oft faszinierend aus. Wenn Vögel jedoch wählen dürften, würden sie sich für Obstbäume und fruchttragende Sträucher entscheiden. Obstbäume bieten Vögeln vor allem im Spätsommer Nahrung, heißt es beim Naturschutzbund Deutschland. Außerdem locken sie Insekten an, die ebenfalls von einigen Vögeln verzehrt werden.

2. Blumenwiese statt Rasenfläche

Vögel bevorzugen Blumenwiesen gegenüber Rasenflächen, da die Fruchtstände von Blumen und einigen Gräsern den Vögeln als Nahrung dienen können. Außerdem locken Wiesen Insekten und andere Kleinlebewesen an, die ebenfalls auf der Speisekarte einiger heimischer Vögel stehen.

3. Nistplätze sichern

Wenn sich Bäume mit Höhlen im Garten befinden, nutzen viele Vögel diese als Nistplätze, selbst dann, wenn die Bäume oder einzelne Äste bereits abgestorben sind. Es lohnt sich also, auch diese zu erhalten. Tote Äste am Baum werden laut NABU außerdem von vielen Vögeln als Singwarte bevorzugt. Auch Kletterpflanzen an Fassaden und Mauern nutzen Gartenvögel häufig als Nistplatz.

4. Sandbadestellen oder Vogeltränken einrichten

Vögel baden gern – und das auch mal im Sand. Besonders Spatzen lieben sogenannte Sandbadestellen. Das Sandbad schützt sie vor Parasiten in ihrem Gefieder. Der Sandbadeplatz sollte etwa drei Meter von Büschen entfernt sein und sich an einer sonnigen Stelle befinden. Für das Sandbad genügt es, eine kleine Mulde in den Boden zu graben und diese mit Sand aufzufüllen. Alle paar Wochen sollte der Sand allerdings ausgetauscht werden, um eventuellen Krankheitserregern vorzubeugen.

Als Vogeltränke, die auch gerne zum Baden genutzt wird, können beispielsweise ausrangierte Suppenteller oder Blumentopf-Untersetzer dienen. Die Wassertiefe sollte zwischen 2,5 und 5 Zentimetern liegen. Im Idealfall ist der Untergrund des Gefäßes nicht zu glatt. So rutschen die Vögel beim Baden nicht aus. Wichtig ist auch, dass das Wasser in Vogeltränken regelmäßig ausgewechselt wird – besonders im Sommer – damit sich dort keine Bakterien ansammeln können.

5. Lieblingsplatz für Vögel: die Hecke

Wer eine Hecke im Garten hat, macht Vögel doppelt glücklich. Hecken bieten Vögeln Nahrung durch eigene Früchte und indem sie Insekten anlocken und stellen gleichzeitig die perfekte Nist- und Rückzugsmöglichkeit dar. Vögel bevorzugen auch bei Hecken heimische Pflanzen wie Holunder, Vogelbeere, Pfaffenhütchen, Sanddorn, Sauerdorn oder den Gemeinen Wacholder.

Steingärten sind „Gärten des Grauens“

Von einem Vogelparadies sind immer mehr Gärten in Deutschland jedoch weit entfernt: Die Steingärten sind auf dem Vormarsch. Diese gelten zwar als pflegeleicht und weitgehend unkrautfrei, für Insekten und Vögel sind sie jedoch denkbar unattraktiv. Der NABU nennt Stein- und Schottergärten sogar „Gärten des Grauens“. Auch in vielen Kommunen wird inzwischen über ein Verbot der Steingärten debattiert. In Bühl ist das Verbot im neuen Bebauungsplan sogar bereits verankert.