Die treibende Kraft bei der Suche nach der im Rhein versunkenen Lok: Horst Müller, inzwischen pensionierter Lokführer aus Cochem. Recherchierte die Lage der im Rhein versunkenen Lok Rhein aus Karlsruher Produktion Jäger der versunkenen Lok
Die treibende Kraft bei der Suche nach der im Rhein versunkenen Lok: Horst Müller, inzwischen pensionierter Lokführer aus Cochem. | Foto: Bernd Kamleitner

Veranstaltung mit Horst Müller

BNN-Leser treffen den Jäger der versunkenen Lok

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Das Schicksal der im Jahr 1852 im Rhein bei Germersheim und Philippsburg-Rheinsheim versunkenen Dampflok beschäftigt den inzwischen pensionierten Lokführer Horst Müller aus Cochem an der Mosel schon seit fast 60 Jahren. Als Zwölfjähriger las er in einem Eisenbahnbuch von dem Schicksal der in Karlsruhe gebauten Dampflok, die bei der Überführung während eines Unwetters von einem Segelfrachter in den Rhein krachte.

Die Geschichte ließ ihn nicht mehr los. Was ihn daran so fasziniert und wie er schließlich auf den Fundort unter Buhne 527 im Rhein gestoßen ist, darüber wird der „Jäger der versunkenen Lok“ exklusiv bei einer Veranstaltung von SWR und BNN am Mittwoch, 26. September, 19 Uhr, in der Jugendstil-Festhalle in Philippsburg berichten.

Einlass nur mit Eintrittskarte

Einlass gibt es nur für Besucher mit einer Eintrittskarte. Die kostenlosen Tickets gibt es ab Montag, 17. September, in den BNN-Geschäftsstellen in Bruchsal (Bruchsaler Rundschau) und in der Lammstraße in Karlsruhe.

Horst Müller, pensionierter Lokführer aus Cochem, ist einer der "Jäger der versunkenen Lok" und Gast einer Veranstaltung von SWR und BNN in Philippsburg. Recherchierte die Lage der im Rhein versunkenen Lok Rhein aus Karlsruher Produktion Jäger der versunkenen Lok
Horst Müller, pensionierter Lokführer aus Cochem, ist einer der „Jäger der versunkenen Lok“ und Gast einer Veranstaltung von SWR und BNN in Philippsburg.
Recherchierte die Lage der im Rhein versunkenen Lok Rhein aus Karlsruher Produktion
Jäger der versunkenen Lok
| Foto: Bernd Kamleitner

Seit bekannt wurde, dass die Lok jetzt aus dem Dornröschenschlaf erweckt und geborgen werden soll, ist der ehemalige Lokführer ein gefragter Gesprächspartner.

„Wall Street Journal“  berichtet auch schon über die Lok

Zuletzt berichtete sogar das „Wall Street Journal“, mit über zwei Millionen Exemplaren die auflagenstärkste Zeitung der Vereinigten Staaten, über das ehrgeizige Vorhaben, dem auch viele Eisenbahnfans in der Region entgegenfiebern.

Mario Schmiedicke  blieb an der Geschichte dran

Ein weiterer Gast der Veranstaltung, die von Winnie Bartsch (SWR) und BNN-Redaktionsleiter Klaus Gassner moderiert wird, ist mit Mario Schmiedicke ein Mann, der sich ebenfalls schon seit Jahrzehnten mit dem Schicksal der versunkenen Lok befasst.

Mario Schmiedicke mit einem Modell der Lok Rhein im Maßstab 1:10.
Mario Schmiedicke mit einem Modell der Lok Rhein im Maßstab 1:10. | Foto: Bernd Kamleitner

Der SWR-Redakteur hatte im März 1993 in der Angelegenheit erstmals Kontakt zu Horst Müller. Im Kollegenkreis wurde er im Zusammenhang mit der Suche nach der sagenumwobenen Lok oft belächelt, doch Schmiedicke ließ sich nicht davon abbringen und blieb am Thema dran. Wie von den BNN berichtet, hat Müller inzwischen Mitstreiter gefunden und fiebert dem 21. Oktober entgegen: An diesem Tag soll der Eisenbahnschatz aus dem Rhein gehoben werden.

Bergung der Lok am 21. Oktober

Noch können die Lok-Jäger nicht hundertprozentig sicher sein, dass an dem vermuteten Fundort, den Horst Müller während intensiver Archivrecherchen beim Abbau von Überstunden entdeckte, die Lok tatsächlich liegt. Spezialmessungen haben aber ergeben, dass an besagter Stelle im Rhein ein Metallkörper existiert, der den Umrissen der gesuchten und rund 20 Tonnen schweren Dampflok aus dem Jahr 1852 entspricht.

Das Modell der vor 166 Jahren im Rhein versunkenen Dampflokomotive. Sie wurde vermutlich auf einem solchen Fahrgestell von der Fabrik in Karlsruhe zum damaligen Rheinhafen in Leopoldshafen gebracht.
Das Modell der vor 166 Jahren im Rhein versunkenen Dampflokomotive. Sie wurde vermutlich auf einem solchen Fahrgestell von der Fabrik in Karlsruhe zum damaligen Rheinhafen in Leopoldshafen gebracht. | Foto: SWR/Verena Kutscher

Läuft alles nach Plan, wird bald ein echter Eisenbahnschatz geborgen: Die Lok „Der Rhein“, die sprichwörtlich einen Rhein-Fall erlebte, wäre dann die älteste noch erhaltene deutsche Dampflok – und eine der ältesten weltweit. Da schlägt natürlich das Herz eines jeden Eisenbahnfans höher.

Eisenbahnschatz gehört dem Land Rheinland-Pfalz

Rein rechtlich gehört der „Schatz“ dem Land Rheinland-Pfalz, weil er auf Pfälzer Seite des Rheins im Fluss begraben ist, bedeckt mit einer mehreren Metern hohen Schicht aus Kies und Sand. Das könnte das Glück der Lok sein: Experten vermuten, dass sie durch „diese Versiegelung“ möglicherweise gut erhalten ist.

Ausstellung im Eisenbahnmuseum geplant

Die in Karlsruhe in der Maschinenfabrik Kessler gebaute Dampflok soll künftig im Eisenbahnmuseum Darmstadt-Kranichstein ausgestellt werden. Das Land Rheinland-Pfalz will das Exponat leihweise für einen Zeitraum von 25 Jahren zur Verfügung stellen.

Wird die Lok aus Karlsruhe restauriert?

Ob das Stahlross restauriert wird oder in dem Zustand, in dem es gefunden wird, im Museum zur Schau gestellt wird, ist noch offen. Denkbar ist auch, dass das wertvolle Exponat im Zuge einer Wanderausstellung an verschiedenen Orten gezeigt wird. Jetzt muss sie aber erst einmal geborgen werden!

Wegen der begrenzten Plätze ist der Einlass zur Veranstaltung am 26. September nur mit einer Eintrittskarte möglich. Die gibt es kostenlos ab Montag, 17. September 2018, in den Geschäftsstellen  der Badischen Neuesten Nachrichten (BNN)  in Bruchsal und in der Lammstraße Karlsruhe – so lange der Vorrat reicht.