Bürgermeister für Frieden warnen vor neuen Mittelstreckenrakete
Karl Hilsenbek (l-r), OB Ellwangen, Margit Stumpp (Grüne) und Klaus Pavel (CDU), Landrat des Ostalbkreis. | Foto: Marijan Murat

Aalen

«Bürgermeister für Frieden» warnen vor neuen Raketen

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Rund drei Jahrzehnte nach dem Abzug der amerikanischen Mittelstreckenraketen aus dem Ostalbkreis haben Bürgermeister und Friedensaktivisten der Region vor einer neuen Runde des nuklearen Wettrüstens gewarnt.

«Wir sind in größter Sorge, dass dieses Spiel nun von vorn beginnt», sagte Landrat Klaus Pavel (CDU) unter Hinweis auf die Kündigung des INF-Vertrages über den Abbau und die Vernichtung von Mittelstreckenraketen durch die USA und Russland.

Von den 42 Kommunen der Ostalb müsse ein Signal in die Welt gehen, sagte Pavel: «Wir wollen keine neuen Atomwaffen in Europa.» Gemeinsam mit Stadtoberhäuptern der Region, die sich in der internationalen Bewegung «Mayors for Peace» (Bürgermeister für Frieden) engagieren, startete Pavel eine Postkartenaktion. «Wir hoffen, dass Tausende Menschen solche Postkarten an die Botschafter der USA und Russlands in Berlin schicken, die Aufschrift: «No, Nein, Njet – Abrüstung schafft Sicherheit – INF-Vertrag erhalten!»

Nach der Unterzeichnung des INF-Vertrages 1987 durch den damaligen US-Präsidenten Ronald Reagan und den damaligen sowjetischen Staatschef Michail Gorbatschow waren die Waffensysteme zurückgezogen worden – darunter ab 1990 die Pershing II aus Mutlangen. Zuvor hatten dort Friedensaktivisten mit Aufsehen erregenden Blockadeaktionen gegen die Stationierung protestiert. Wolfgang Schlupp-Hauck von der Friedenswerkstatt Mutlangen, der schon damals dabei war, appellierte bei dem Treffen in Aalen an die Bundesregierung, sich aktiver für den Erhalt des INF-Vertrages einzusetzen.