Kein Rotwein, aber dennoch alkoholisch: Ein Sasbachwaldener Winzer von der Alde-Gott-Brennerei füllt gemeinsam mit einem Mitarbeiter der Sasbacher Lender-Apotheke Desinfektionsmittel ab.
Kein Rotwein, aber dennoch alkoholisch: Ein Sasbachwaldener Winzer von der Alde-Gott-Brennerei füllt gemeinsam mit einem Mitarbeiter der Sasbacher Lender-Apotheke Desinfektionsmittel ab. | Foto: Spether

Innovation in Sasbachwalden

Desinfektionsmittel statt Wein: Winzergenossenschaft kooperiert in Corona-Krise mit Apotheke

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Wegen der aktuellen Corona-Krise ist der Notstand im Bezug von Desinfektionsmitteln aktuell gravierend. Aus diesem Grund entstand in diesen Tagen eine einmalige Kooperation zwischen Sasbach und Sasbachwalden. Die Alde Gott Winzergenossenschaft stellt gemeinsam mit der Sasbacher Lender-Apotheke Desinfektionsmittel her, freut sich der Sasbacher Apotheker Michael Becker.

von unserem Mitarbeiter Benedikt Spether

Eine gemeinsame Kooperation hatte Becker schon lange im Kopf. Es gab in der Vergangenheit die ein oder anderen Gedanken, gemeinsam mit Nachbar und Alde Gott-Brenner Uwe Lehmann einen Kräuterlikör zu kreieren, so Becker weiter.

Coronavirus beschleunigt angedachte Kooperation

Jetzt ist auf Grund der aktuellen Situation und schneller als gedacht eine gerade in diesen Tagen enorm wichtige Kooperation entstanden. Der Apotheker konnte in den vergangenen Wochen sehr viele Anfragen im Bezug von Desinfektionsmittel verzeichnen.

Nachdem die eigenen Vorräte knapp wurden entschloss sich Becker Desinfektionsmittel in kleineren Mengen selbst herzustellen. Die Nachfrage nach dem hauseigenen Mittel war enorm.

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Die Apotheke unterhalb der Sasbacher Lenderschule stieß mit der Produktion schnell an ihre Grenze. Um die Nachfrage von der Bevölkerung zu befriedigen hat sich Becker direkt an Uwe Lehmann gewannt. Der Alde Gott-Brenner konnte hierzu sein Know-how von Großproduktionen ohne größere Hindernisse mit einbringen. Geboren war das Desinfektionsmittel, made in „Saschwalle“.

1.500 Flaschen Desinfektionsmittel pro Tag

Die Bestandteile wie Alkohol, Wasser, Glycerol und Wasserstoffperoxid werden in der Alde Gott Brennküche abgewogen und direkt in einem großen Fass homogen durchmischt. Anschließend folgt die direkte Abfüllung in Flaschen mit entsprechender Etikettierung. Die Prüfung der benötigten Ausgangsstoffe fand im Vorfeld in der Lender Apotheke statt. Mit diesen Produktionsschritten kann Becker etwa 1.500 Flaschen am Tag herstellen.

Jeder Haushalt bekommt eine Flasche, wenn Bedarf vorhanden ist. Auch die lokalen Praxen, Pflegeheime und Pflegedienste werden beliefert. „Für Firmen reichen unsere Kapazitäten nicht aus“, so Becker. Die ersten Chargen wurden mit der Unterstützung durch die Obersasbacher Brennerei Blum produziert. Sie hat hierzu für den nötigen Vorrat und Nachschub an qualitativ hochwertigen Industriealkohol gesorgt, weiß Brenner Uwe Lehmann.

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Wer die Sasbachwaldener Winzergenossenschaft kennt weiß, dass im Hintergrund schon weitere Produktionsschritte geprüft werden. Für die nächste Charge hat der pfiffige Brenner schon als Versuch den hauseigenen Obstbrand nochmals hoch destilliert beziehungsweise rein destilliert. Jetzt muss noch abgewartet werden ob bis kommende Woche die Zulassung hierzu erteilt wird, so Lehmann.