Gestapelte Geldmünzen liegen auf Geldscheinen
Gestapelte Geldmünzen liegen auf Geldscheinen. | Foto: picture alliance / Tobias Hase/dpa/Symbolbild

Wegen Corona-Krise

Einbruch der Steuereinnahmen in Baden-Württemberg erwartet

Anzeige

Wegen der Corona-Pandemie brechen die Steuereinnahmen im Südwesten ein. Die Steuerschätzer rechnen damit, dass das Land im laufenden Jahr etwa 3,3 Milliarden Euro weniger einnehmen wird als im aktuellen Haushalt veranschlagt wurde. Das teilte das Finanzministerium am Montag in Stuttgart mit.

Für das kommende Jahr werde ein Rückgang um etwa 3,5 Milliarden Euro prognostiziert. Damit lägen die Steuereinnahmen in beiden Jahren um mehr als zehn Prozent niedriger als bei der Verabschiedung des aktuellen Doppelhaushalts im Dezember 2019 erwartet worden war.

Mehr zum Thema: Corona-Krise führt zu dramatischen Steuerausfällen

Rückläufige Gewerbesteuer während der Corona-Krise belastet die Kommunen

Dramatisch sieht die Schätzung auch für die Kommunen aus: Sie müssen in diesem Jahr mit 3,6 Milliarden Euro weniger Steuereinnahmen rechnen als noch im Herbst 2019 prognostiziert worden war. Der Einbruch sei insbesondere auf die rückläufige Gewerbesteuer zurückzuführen. Im Jahr 2021 müssen Gemeinden, Städte und Kreise mit einem Rückgang von rund 2,3 Milliarden Euro rechnen.

Finanzministerin Edith Sitzmann (Grüne) sprach von einem Einbruch der Steuereinnahmen, wie ihn das Land in seiner Geschichte so gut wie nie erlebt habe.

Auch Rückgang für 2021 prognostiziert

Für Baden-Württemberg waren nach Zahlungen in die Töpfe des Länderfinanzausgleichs und des kommunalen Finanzausgleichs für 2020 Netto-Steuereinnahmen von rund 31,3 Milliarden Euro veranschlagt. Nach der jüngsten Schätzung könnten sie auf 28 Milliarden Euro sinken.

Mehr zum Thema: Drastischer Einbruch bei Steuereinnahmen in Pforzheim – „Vorauszahlungen auf null gesetzt“

Für 2021 wird ein Rückgang von 32,2 Milliarden Euro auf 28,7 Milliarden Euro prognostiziert. Nach Sitzmanns Worten könnte der Rückgang sogar noch stärker ausfallen: In der Schätzung steckten viele Unwägbarkeiten.

dpa/lsw