Kampf gegen das Coronavirus: Kyra Hohndorf ruft mit ihrem „Kissenzauber“ ehrenamtliche Helfer dazu auf, Mundschutzmasken herzustellen
Kampf gegen das Coronavirus: Kyra Hohndorf ruft mit ihrem „Kissenzauber“ ehrenamtliche Helfer dazu auf, Mundschutzmasken herzustellen | Foto: pr

Krankenhäuser fragen nach

Schutzmasken selbst nähen: Diese Initiativen gegen das Coronavirus in Karlsruhe suchen Helfer

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Nähen für die Gemeinschaft: Mehrere Initiativen aus dem Raum Karlsruhe rufen Helfer dazu auf, Schutzmasken herzustellen. Die selbst genähten Masken können zurzeit sogar in Krankenhäusern beim Kampf gegen das Coronavirus helfen.

Wie viele Geschäftsinhaber muss Kyra Hohndorf ihre Stoffhalle „Kissenzauber“ wegen des Coronavirus derzeit schließen. Trotzdem hat die Schneiderin aus Kandel gerade 100 Meter weiteren Stoff bestellt.

Mit über 20 Helfern stellt Hohndorf Mundschutzmasken her, die etwa in Krankenhäusern oder Supermärkten dringend fehlen. „Wir stellen sie frei zur Verfügung“, sagt sie. Die Masken schützen nicht vor einer Infizierung, hemmen aber beim Sprechen das Verteilen von Tröpfchen.

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Ärzte und Krankenhäuser fragen Coronavirus-Schutzmasken nach

Wer nähen möchte, kann den Stoff abholen oder geschickt bekommen. (Nachricht mit Kontaktdaten per Whatsapp an: 0177 8 04 90 42). Auf der Webseite des „Kissenzaubers“ gibt es eine Anleitung. Die fertigen Masken werden abgeholt oder können eingeschickt werden. „Kissenzauber“ gibt sie kostenlos weiter und nimmt Spenden entgegen.

Den offiziellen Schutz-Standard erreichen die Masken nicht, sagt Hohndorf. „Wir haben aber mit Ärzten und Krankenschwestern gesprochen – sie haben gesagt, das ist besser als gar kein Schutz.“ Es gebe eine starke Nachfrage von Ärzten, Krankenhäusern oder Physiotherapeuten.

10.000 solcher Mundschutzmasken aus Stoff will die Lebenshilfe mit der Aktion #KarlsruheNaeht bis Mittwoch zusammenbekommen. Bürger können ihre genähten Masken auf den Wochenmärkten in Karlsruhe und Ettlingen abgeben.

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Anlaufstellen: die CAP-Märkte sowie der Gärtnerei-Stand der Hagsfelder Werkstätten (HWK) auf dem Gutenbergmarkt in der Karlsruher Weststadt und dem Ettlinger Wochenmarkt. Hinweise und Anleitung sind auf der Seite www.lebenshilfe-karlsruhe.de im Internet zu finden.

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Die Masken schützen nicht vor dem Virus. Sie verhindern aber eine Übertragung.

Ursula Grass, Jugendhilfe Waldhaus in Malsch

Auch Ursula Grass von der Jugendhilfe Waldhaus in Malsch ruft dazu auf, „bunte Behelfs-Schutzmasken zu nähen, um Kinder und Erzieher sowie Lehrer in Jugendhilfeeinrichtungen zu unterstützen“.

Rund 230 Menschen sind ihrer Facebook-Gruppe „Gesund und bunt – Schutz vor dem Mund“ innerhalb von zwei Tagen beigetreten. Erste Masken wurden fertiggestellt, auch eine Stoffspende habe sie bekommen, freut sich Grass.

„Die Masken schützen nicht vor dem Virus“, betont sie, „sie verhindern aber eine Übertragung.“ Nach dem Gebrauch müssten sie heiß gewaschen werden, sonst verfehlten sie ihren Zweck. Geld wurde Grass schon für die Masken geboten – das lehne sie aber strikt ab.