Das "Löwen"-Team: Carsten Maschmeyer (von links), Judith Williams, Frank Thelen, Dagmar Wöhrl und Ralf Dümmel. | Foto: dpa

Es gibt kein Entkommen

Der Hype um „Die Höhle der Löwen“

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Es gibt kein Entkommen. So wie beim Wettrennen mit einem echten Löwen in der freien Wildbahn. Sobald daheim die letzten Szenen über den Bildschirm flimmern, läuft die Marketing-Maschine heiß: Newsletter schießen ins E-Mail-Fach und auch die bunten Reklame-Blätter preisen die neuesten Produkte aus der Vox-Show an.

Selbst wer mal eine der „Löwen“-Shows verpasst oder nicht seine Mails checkt, stolpert spätestens am nächsten Tag irgendwo über die Innovationen der Start-Up-Unternehmen. Die stehen dann prominent in Szene gesetzt im Schaufenster oder liegen bereits beim Discounter oder dem Baumarkt im Regal.
Keine Frage: Judith Williams und die anderen „Löwen“ wissen eben genau, was sie tun.

Deal or no Deal? In der TV-Show „Die Höhle der Löwen“ entscheiden die fünf Jury-Mitglieder, ob sie Geld in die Geschäftsideen der Kandidaten investieren. | Foto: dpa

Und wie sich ein Produkt bestmöglich verkauft. Die Jungunternehmer wiederum dürfen sich – falls es zu einem Deal kommt – also nicht nur über die nötige Finanzspritze freuen, sondern auch über „die jahrelange Erfahrung und Expertise der Investoren“, wie es Vox formuliert. Mit der Vermarktung der Produkte habe der Sender jedoch nichts mehr zu tun.

Hohe Einschaltquoten

Der Hype um die Sendung gibt den Machern recht. Zuletzt verbuchte die Existenzgründerreihe mit 3,05 Millionen Zuschauern (10,8 Prozent Marktanteil) einen Staffelrekord. „Schon alleine der Auftritt dort kann die Verkaufszahlen des eigenen Produkts in die Höhe treiben“, weiß auch die Hochschule Pforzheim. Das dürfte spätestens jedem klar werden, der schon Mal versucht hat, während der TV-Ausstrahlung am Dienstagabend zur Internetseite des gerade vorgestellten Produktes durchzukommen. Mitunter muss man dann nämlich schon ein paar Minuten Geduld mitbringen, bis die Seite geladen ist. Gleichzeitig wird auch in den sozialen Netzwerken Woche für Woche wild über die neuesten „Löwen“-Produkte diskutiert.

Das Format der Gründershow „Die Höhle der Löwen“ stammt ursprünglich aus Japan. Hierzulande läuft im TV derzeit die vierte Staffel. Während die „Löwen“-Besetzung teilweise wechselt – zuletzt ersetzte Dagmar Wöhrl Ex-Juror Jochen Schweizer – bleibt der Ablauf der Show eigentlich immer gleich: Im TV-Studio in Köln präsentieren Menschen ihre Geschäftsidee und bieten den „Löwen“ – also den Investoren – anschließend Anteile an ihren Firmen an. Dann müssen die Juroren entscheiden, ob sie Geld investieren wollen. Ausgestrahlt wird das Ganze dann ein paar Monate später zur besten Sendezeit auf Vox.