Herstellung von Desinfektionsmittel
Eine Mitarbeiterin einer Apotheke füllt im Labor der Apotheke eine Zutat Desinfektionsmittel ein. | Foto: Marijan Murat/dpa

„Eine sinnvolle Maßnahme“

Desinfektionsmittel: Apotheker begrüßen Ausnahme

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Stuttgart (dpa/lsw) – Die Apotheken in Baden-Württemberg begrüßen, dass sie dank einer Ausnahmeregelung selbst Handdesinfektionsmittel herstellen dürfen. «Eine sinnvolle Maßnahme», kommentierte der Sprecher des Landesapothekerverbands, Frank Eickmann, am Freitag in Stuttgart. Wegen des neuartigen Coronavirus war die Nachfrage nach den Mitteln gestiegen. Bei Fertig-Desinfektionsmitteln gibt es Lieferschwierigkeiten.

Auch die Landesapothekerkammer befürwortet die Ausnahmeregelung, die bundesweit seit Mittwoch gilt. Anstatt auf das fertige Produkt angewiesen zu sein, können Apotheken nun die Mischung aus reinem Alkohol, Wasserstoffperoxid, Glycerin und Wasser selbst zubereiten und verkaufen. Zuvor hatten sie für den Umgang mit reinem Alkohol eine Sondergenehmigung gebraucht. Rückmeldungen von Apothekern zeigten, dass nun verstärkt Desinfektionsmittel für die Hände hergestellt werde, teilte die Landesapothekerkammer mit.

Nach Expertenmeinungen gebe es keinen Grund, sich als Privatperson mit den Mitteln einzudecken, stellte Eickmann klar. Desinfektionsmittel würden derzeit vor allem in Einrichtungen wie Arztpraxen, Ambulanzen, Notaufnahmen und Krankenhäusern gebraucht. «Regelmäßiges Händewaschen ist nach wie vor das Mittel der Wahl», teilte die Landesapothekerkammer mit.

Grundsätzlich können die Apotheken Eickmann zufolge die Nachfrage nach den Mitteln bedienen – wenn sie genug Inhaltsstoffe bekommen. Doch auch hier gibt es demnach Lieferschwierigkeiten, zum Beispiel bei reinem Alkohol. Laut Landesapothekerkammer melden viele Apotheken, dass die entsprechenden Rohstoffe wegen der hohen Nachfrage aktuell nicht verfügbar sind.