Kleinwüchsige Menschen spazieren durch die Straßen
Kleinwüchsige Menschen spazieren durch die Straßen. Foto: Martin Schutt/Archivbild

Flexible Angebote nötig

Durbach: Kleinwüchsige wollen bessere Unterstützung von Pflegediensten

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Kleinwüchsige wollen in Deutschland besser durch Pflegeversicherung und Pflegedienste unterstützt werden. «Pflegedienste sind häufig nicht auf die berufliche Situation sowie auf die Bedürfnisse kleinwüchsiger Menschen eingestellt», sagte eine Sprecherin des Bundesselbsthilfeverbandes Kleinwüchsige Menschen am Montag nach dem Jahreskongress in Durbach in Baden-Württemberg (6. bis 9. Juni).

Es fehle bei den Pflegediensten häufig an Personal. So benötigten vor allem Kleinwüchsige, die im Berufsleben stehen und im Alltag auf Hilfe angewiesen sind, flexible Angebote; etwa Hilfe beim Einkaufen, die sich auch zeitlich nach ihren Bedürfnissen richtet.

Dabei bräuchten die Betroffenen häufig auch erst einmal Beratung, so die Sprecherin weiter. Viele kämen überhaupt nicht auf die Idee, einen Pflegegrad zu beantragen, weil sie sich in ihrem Leben mit eigenen Hilfsmitteln und kreativen Ideen organisiert hätten. Die für eine Pflegestufe notwendige Begutachtung stelle für viele eine große Hürde dar.

Wie viele Kleinwüchsige überhaupt Anspruch auf eine Pflegestufe und damit auf die Betreuung durch Pflegedienste haben, darüber liegen dem Verband keine Zahlen vor. Bundesweit gibt es Schätzungen zufolge etwa 100 000 kleinwüchsige Menschen. Der Verband rechnet aber mit einer großen Dunkelziffer. Insgesamt gebe es 200 verschiedene Arten von Kleinwuchs. Der Selbsthilfeverband fordert auch, Erwachsene mit einer Körpergröße von weniger als 1,50 Meter als schwerbehindert einzustufen.