„Pagarhi“ für Kretschmann: Bei seiner Indien-Reise erhielt der Ministerpräsident im Bosch-Werk eine rote Ehrenmütze. | Foto: Voigt

Besuch des Bosch-Werks in Pune

Ehrenmütze für Kretschmann

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Ministerpräsident Winfried Kretschmann und seine Frau Gerlinde befinden sich gemeinsam mit einer baden-württembergischen Delegation auf einer einwöchigen Indienreise. BNN-Landeskorrespondent Wolfgang Voigt begleitet die Gruppe, in der sich  auch einige Karlsruher Vertreter befinden.

Mit einem so genannten „Pagarhi“, einer in rot gehaltenen Ehrenmütze ist Winfried Kretschmann beim Besuch des indischen Bosch-Werks in Pune geehrt worden. Der Premier informierte sich eingehend über die Produktpalette des weltweit tätigen Automobil-Zulieferers und diskutierte mit der indischen Belegschaft die Frage, was ein deutsches Unternehmen nach Indien mitbringen müsse, um am dortigen Markt erfolgreich zu sein.  Der entscheidende Schlüssel sei neben zeitgemäßen Produkten der Zugang zu Politik und Wirtschaftsführern, hieß es.

Viele Inder – zumindest in der Technologie-Stadt Pune  – haben eine hohe Meinung von Baden-Württemberg und seiner Wirtschaftskraft. Yoghinder Kamarka etwa, Portier im Westin-Hotel, zählt flüssig ein halbes Dutzend Unternehmen aus dem deutschen Südwesten auf, darunter Mercedes, Porsche und Herrenknecht, sobald man ihn auf das ferne Bundesland  anspricht. Auch seine Kollegin Rani Zinta ist des Lobes voll. Boss und Bosch sind ihre Beispiele.

Dem Präsidenten des baden-württembergischen Industrie- und Handelskammertages, dem Baden-Badener Unternehmer und Schachliebhaber Wolfgang Grenke, kommt in Indien trotz aller ökonomischen und politischen Fragen auch das königliche Spiel in den Sinn. Gegenüber den BNN berichtete er von der Lektüre des Buchs „Der Königsplan“ von Stefan Kindermann und Robert K. von Weizsäcker. Es nutzt Spielprinzipien aus dem Schach, um auch im Wirtschaftsleben erfolgreich zu sein. „Wir müssen uns für das interessieren, was der andere treibt“, fasst Grenke auf dieser Basis zusammen, was sich aus Schach für den Außenhandel lernen lässt.

Trotz eines Plastikexemplars des hinduistischen Universalgottes Ganesha im Bus-Cockpit wären die mitgereisten Journalisten beinahe mit ihrem Chauffeur zwischen Wellblechbaracken und Industriebrachen im Norden von Pune gestrandet. Der eingesetze Busfahrer  hatte offenkundig keinen wirklichen Plan von der Strecke, was Regierungssprecher Rudi Hoogvliet leicht erzürnte.