Bahnprojekt Stuttgart-Ulm
Journalisten sehen sich beim Bahnprojekt Stuttgart-Ulm den Anfang des Boßlertunnels an. | Foto: Christoph Schmidt/Archiv

Fahrtzeit fast halbiert

Endspurt für Rohbau des Bahnprojekts Stuttgart-Ulm

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Der Rohbau für einen wichtigen Teil des Milliarden-Bahnprojekts Stuttgart-Ulm soll wie geplant bis zum 3. Dezember fertiggestellt werden. «Wir werden den Termin halten, das ist bombensicher», sagte Projektleiter Stefan Kielbassa am Mittwoch Reportern bei einer Besichtigung des 28 Kilometer langen Streckenabschnitts zwischen Merklingen und Ulm.

Nach der Übergabe kann die Bahntechnik anrücken und mit der Verlegung von Gleisen, der Errichtung von Masten für die Oberleitungen sowie weiteren Installationsarbeiten beginnen, um die Trasse in eine echte Bahnstrecke zu verwandeln. Interessant für Bahnfans dürfte die Ankunft der ersten Gleise am 10. Dezember am Bahnhof Ulm sein: Die 120 Meter langen Schienen werden auf Spezialfahrzeuge umgeladen, die sie über die Rohbautrasse zur Verlegung anliefern. «Auf der Straße ginge das nicht, dafür sind sie zu lang», sagte Kielbassa.

ICE-Züge sollen die rund 28 Kilometer zwischen Merklingen und Ulm mit bis zu 250 Stundenkilometern in rund sieben Minuten passieren können. Auf der Strecke wurden fünf Tunnel und 20 Brücken gebaut. Das imposanteste Bauwerk ist dabei der sechs Kilometer lange Albabstiegstunnel von Dornstadt bis zum Ulmer Hauptbahnhof.

Bis zum Sommer 2019 soll dann auch der Rohbau für den Bahnhof in Merklingen fertig sein, auf dessen Bau das Land und die Gemeinden der Region gedrängt hatten. Der Abschnitt Merklingen-Ulm gehört zur Neubaustrecke Wendlingen-Ulm und ist verknüpft mit dem Projekt Stuttgart 21. Nach Inbetriebnahme der rund 60 Kilometer langen Neubaustrecke 2022 soll sich die Fahrtzeit zwischen der Landeshauptstadt und Ulm von 54 auf 31 Minuten verringern.