Stephan Burger
Der Erzbischof von Freiburg, Stephan Burger. | Foto: Friso Gentsch/Archivbild

Katholische Kirche

Erzbischof Burger will im Herbst über Reform „Pastoral 2030“ entscheiden

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Mit dem Projekt „Pastoral 2030“ möchte sich die katholische Kirche im Erzbistum Freiburg für die Zukunft rüsten. Nun wird konkreter, wie die künftigen Pfarreien aussehen sollen. Eine finale Entscheidung möchte Erzbischof Stephan Burger im Herbst treffen.

Der zweite Entwurf ist noch druckfrisch, und so fällt den Verantwortlichen eine erste Einschätzung schwer. „Pastoral 2030“ soll die katholische Kirche im Erzbistum Freiburg massiv verändern.

Die geplanten Veränderungen vom Pfarrer bis hin zu den Ehrenamtlichen hatte für einen Aufschrei vor allem an der Basis gesorgt. Aus den bisherigen Dekanaten sollen neu organisierte Pfarreien werden. Die Gebietsgrenzen sind dabei bei den Aktiven vor Ort ein sensibles Thema.

Wie nun der zweite Entwurf bei den Ehrenamtlichen in den Pfarreien ankommt? Die sind anderweitig beschäftigt. Die Vorbereitungen auf die Pfarrgemeinderatswahlen Ende März laufen auf Hochtouren. In diesen Tagen läuft die Frist für Bewerber ab.

Zurück zum Status vor der Dekanatsreform

Für die Gremien ist es ein heikler Zeitpunkt: Viele altgediente Pfarrgemeinderäte hören auf, so mancher ambitionierter Neuling tritt sein Amt erst an. Die neu zusammengestellten Pfarrgemeinderäte haben dann sogleich einen dicken Tagesordnungspunkt: „Pastoral 2030“.

Mehr zum Thema: Künftig wohl weniger Pfarreien im Dekanat Rastatt

Die Diözesanratsvorsitzende Martina Kastner erkennt im zweiten Entwurf des Erzbistums, dass der Austausch zwischen Freiburg und Aktiven vor Ort geklappt hat: „Der Plan ist ziemlich identisch mit dem, was an Rückmeldungen aus den Dekanaten kam.“ Mit den neu organisierten Pfarreien gehe man zurück zum Status vor der Dekanatsreform.

„An vielen Orten noch gar nicht registriert“

Das Erzbistum hat „Pastoral 2030“ Anfang 2019 mit drastischen Worten angestoßen. Erzbischof Stephan Burger kündigte an: „Wir stehen vor grundlegenden Veränderungen, wie sie die Erzdiözese seit Jahrzehnten nicht gesehen hat.“

Angesichts von alternden Gottesdienstbesuchern, Priestermangel und Entfremdung zwischen Kirche und Gesellschaft brauche es ein neues Verständnis von Pfarrei. Im Optimalfall sollen die Probleme nach einer weiteren Diskussion aufgefangen und Pfarrer entlastet werden.

Der Erfolg des Projekts hängt maßgeblich von der Mitarbeit und Rückmeldung der Basis ab. Die Diözesanratsvorsitzende Kastner sagt: „An vielen Orten wird es noch gar nicht registriert – andere schauen sich den zweiten Entwurf an und prüfen ihn.“ Über den dritten und finalen Entwurf soll Erzbischof Burger in diesem Herbst entscheiden.

Die Inhalte des Projekts sind einsehbar unter www.kirchenentwicklung2030.de.