Eveline Lemke ist nicht mehr Präsidentin der Karlshochschule.
Eveline Lemke ist nicht mehr Präsidentin der Karlshochschule. | Foto: dpa

Unüberbrückbarer Dissens

Eveline Lemke verlässt Karlshochschule

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Eveline Lemke ist nicht mehr Präsidentin der Karlshochschule International University. Das geht aus einer Pressemitteilung der privaten Hochschule in Karlsruhe hervor. Als Grund wurden „grundlegend verschiedene und nicht vereinbare Ansichten über das Führungskonzept und die langfristige Positionierung“ angegeben.

Die Hochschule bedauere „zutiefst den nicht überbrückbaren inhaltlichen Dissens“. Der Schritt erfolge jedoch im gegenseitigen Einvernehmen.

Stillschweigen über genaue Gründe

„Über die genauen Gründe, warum Eveline Lemke geht, wurde Stillschweigen vereinbart“, erklärte ein Sprecher der Karlshochschule gegenüber den BNN. Mit dem fehlenden Studienabschluss von Lemke, die für die Grünen von 2011 bis 2016 Wirtschaftsministerin in Rheinland-Pfalz war, habe die Entscheidung „nicht im Ansatz“ etwas zu tun.

Ziel des Stillschweigens auf beiden Seiten sei es, „öffentliche Diskussionen zum Nachteil der Hochschule zu vermeiden“, hieß es in der Mitteilung weiter.

Lemke äußert sich auf Facebook

Lemke gab die Entscheidung auf Facebook bekannt. Ihre Erklärung stimmt mit der Pressemitteilung überein. Zudem bedankte Lemke sich für die „gute, vertrauensvolle und intensive Zeit“. Auf BNN-Anfrage wollte sie sich nicht weiter zu diesem Thema äußern.

Amt bleibt zunächst vakant

Wie es mit dem Amt des Präsidenten weiter geht, ist noch nicht klar. Erst müssten jetzt die verantwortlichen Gremien zusammentreten, erklärte der Sprecher der Karlshochschule. „Sobald es eine Entscheidung bezüglich der Nachfolge gibt, wird die Öffentlichkeit umgehend informiert.“ Die Stelle bleibe bis dahin vakant.

Lemke war im Januar noch ein „Glücksfall“

Lemke hatte das Amt in Karlsruhe erst zum 1. April 2017 angetreten. Noch im Januar dieses Jahres hatte Heinz-Ulrich Schmidt, Vorsitzender des Hochschulrates, sie als „Glücksfall“ bezeichnet. Im Vorfeld ihrer Berufung hatte es Diskussionen gegeben, weil die Grünen-Politikerin keinen Hochschulabschluss hat.

Das baden-württembergische Wissenschaftsministerium erklärte diesbezüglich, dass ein solcher Abschluss für das Amt des Rektors an einer nicht staatlichen Hochschule nicht erforderlich sei.