Kreuz
Kreuz unter dunklen Wolken. Die Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs sprach hinsichtlich der Missbrauchsfälle in evangelischen Einrichtungen von «strukturellen Ursachen in der Kirche». | Foto:  Peter Kneffel/Symbol

Bis zu 800 Euro

Freiburg zahlt als erstes Bistum monatlich an Missbrauchsopfer

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Missbrauchsopfer können beim Erzbistum Freiburg monatliche Zahlungen beantragen. Damit geht die Erzdiözese deutschlandweit voran – erste Gelder sind bereits bewilligt. Diese sollen nicht aus Kirchensteuermitteln finanziert werden.

Als erstes deutsches Bistum zahlt die Erzdiözese Freiburg monatliche Gelder an Missbrauchsopfer. Betroffene, die im Zuständigkeitsbereich der Erzdiözese sexuellen Missbrauch erlitten haben, können sich melden. Bedingung für die Leistungen von bis zu 800 Euro monatlich sind berufliche und gesundheitliche Langzeitfolgen.

Zwölf Anträge liegen vor

Die Unterstützungsleistungen sollen Betroffene zusätzlich zu den bisherigen Anerkennungszahlungen erhalten können. Diese werden einmalig gezahlt und richten sich nach der Schwere des Missbrauchs.
Zwölf Betroffene haben die Unterstützungsleistungen laut Erzbistum beantragt. Fünf davon sollen Zahlungen erhalten, sechs Fälle werden geprüft.

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In einem Fall seien die Voraussetzungen nicht gegeben gewesen, was mit dem Betroffenen einvernehmlich geregelt worden sei, so Pressesprecher Michael Hertl. „Wir müssen abwarten, wie sich die Zahlen entwickeln.“

„Persönliches Gespräch immer besser“

Die monatlichen Leistungen sollen nicht aus Kirchensteuermitteln finanziert werden, wie das Erzbistum erklärt.

Zuständig ist eine unabhängige Stelle. „Wir versuchen, die Kontaktaufnahme so einfach wie möglich zu machen“, sagt Hertl. „Aber weil es oft Nachfragen gibt, ist ein persönliches Gespräch immer besser.“ Zudem gibt es Beratungsangebote.

Hier können beim Erzbistum Freiburg Unterstützungsleistungen beantragt werden.