Das Logo der Diakonie auf dem Container war bereits veraltet. | Foto: Diakonie/pr

Diakonie schlägt Alarm

Gefälschter Altkleidercontainer in Eppingen aufgetaucht

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Der Diakonie-Aufkleber auf dem Altkleidercontainer in Eppingen bei Heilbronn sollte ein Gefühl der Sicherheit vermitteln. Doch in Wahrheit war alles nur ein Schwindel. Das angebrachte Logo der evangelischen Organisation ist bereits seit Jahrzehnten veraltet, Kleider-Container stellt die Diakonie Baden gar nicht auf.

„Unser guter Ruf wurde hier von Betrügern ausgenutzt“, ärgert sich Pressesprecher Christian Könemann und warnt vor möglichen weiteren Fälschungen. Man habe bereits Anzeige bei der Polizei erstattet. Neben dem Vorwurf des Missbrauchs von Markenrechten gehe es auch um Verstöße gegen das Urkunden- und Vermögensrecht.

Der Fall flog nur durch einen Zufall auf

Aufgeflogen ist der Fall in Eppingen, nachdem eine Frau irrtümlich neue Schuhe in den Container geworfen hatte. Sie fragte deshalb bei der Diakonie nach, ob es eine Möglichkeit gebe, die Schuhe zurückzubekommen. Es bestehe der Verdacht, dass hier eine Altkleider-Mafia die Finger im Spiel hat, sagt Könemann. Bis zu 400 Euro werden pro Tonne Altkleider bezahlt, heißt es beim baden-württembergischen Landkreistag. Verschifft würden die alten Klamotten häufig ins Ausland.

Problem ist grundsätzlich nicht neu

Illegal aufgestellte Sammelcontainer sorgen immer wieder für Probleme im Südwesten. Auch für die Diakonie ist das Thema grundsätzlich nicht neu. „In Baden und der Pfalz wurde uns immer mal wieder von Diakonie-Containern berichtet“, sagt Könemann. Ein Beweis habe bislang jedoch gefehlt. Nach dem Kreislaufwirtschaftsgesetz können illegal aufgestellte Sammelbehälter als Ordnungswidrigkeit mit einer Geldbuße bis zu 10.000 Euro bestraft werden. Die Container aus dem Verkehr zu ziehen, sei aber weitaus verbreiteter, heißt es beim Landkreistag.

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Diakonie fürchtet „massiven Imageverlust“

Eine Sprecherin rät Verbrauchern, bei Zweifeln das Landratsamt oder die entsprechende gemeinnützige Organisation zu kontaktieren. Die Diakonie fürchtet durch den gefälschten Container nicht nur einen „massiven Imageverlust“, sondern auch Einbußen bei Direktspenden von Kleidung bei Annahmestellen vor Ort. „Gerade in der kalten Jahreszeit werden diese von vielen Menschen aber dringend benötigt“, weiß Könemann.

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