Amtsgericht Mannheim
Das Eingangsportal des Amtsgerichts. | Foto: Ronald Wittek/Archiv

Mannheim

Günstige Prognose: Falscher Kindertherapeut bleibt frei

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Mit einer Bewährungsstrafe ist ein gelernter Maler und Lackierer davon gekommen, der als falscher Therapeut Kinder und Jugendliche in Mannheim behandelt haben soll. Um sich als Dr. med. Dipl.-Psych. ausgeben zu können, hatte der 38-Jährige ein Abschlusszeugnis, ein Diplom über die Verleihung des Doktorgrades sowie ein Diplom der Psychologie von einer ungarischen Universität gefälscht – und so eine Zulassung für einen Vertragssitz in der Quadratestadt von der Kassenärztlichen Vereinigung erhalten.

Für seine «Behandlungen» erhielt er in den Jahren 2015 und 2016 mehr als 111 000 Euro von der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg (Az: 1 Ls 203 Js 36 19/17).

Mann war voll geständig

Weil er voll geständig war und das Amtsgericht Mannheim ihm eine günstige Sozialprognose ausstellte, bleibt er auf freiem Fuß. Das Gericht setzte am Donnerstag die zwei gegen ihn verhängten Strafen von einem Jahr und drei Monaten – unter anderem wegen Urkundenfälschung und Betrugs – sowie von einem Jahr und zehn Monaten wegen gewerbsmäßigen Betrugs – zur Bewährung aus. Zwei Strafen mussten aus formalen Gründen wegen eines Strafbefehls aus Rheinland-Pfalz ausgesprochen werden, erläuterte ein Gerichtssprecher. Demnach arbeitet der Mann inzwischen in Berlin als Rettungsassistent und ist dort Teamleiter. (dpa/lsw)