Tag des Handwerks
Es läuft rund beim Handwerk - doch wird das auch so bleiben? Symbolfoto | Foto: Arifoto Ug/Michael Reichel

Anzeichen für Eintrübung

Handwerk in der Region mit starkem Start ins Jahr

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Viel Grund zum Klagen hatten die etwa 19 000 Betriebe im Bezirk der Handwerkskammer Karlsruhe seit Jahresbeginn nicht. Die Geschäfte liefen auch im ersten Quartal 2019 blendend, wie aus dem jüngsten Konjunkturbericht hervorgeht.

Dennoch trübt sich die Stimmung ein wenig ein. Die Prognosen fallen nicht mehr so optimistisch aus, wie es noch im vergangenen Jahr der Fall war. Zudem belegt eine neue Studie, dass sich die Konjunktur am Bau, von der das Handwerk stark profitiert, langsam abschwächt.

Niedrigzinsen führen zu Aufträgen

„Trotz relativ voller Auftragsbücher und einer hohen Kapazitätsauslastung sind die Betriebe – auch angesichts der zahlreichen nach unten angepassten Vorhersagen vieler Wirtschaftsprognose-Institute – etwas verhaltener, was die künftige Geschäftsentwicklung betrifft“, heißt es im Bericht der Handwerkskammer. Dennoch rechnet mehr als die Hälfte der befragten Betriebe (53,3 Prozent) mit einer Fortsetzung des bislang schon guten Geschäftsverlaufs.

Hoffnung macht weiterhin der Umstand, dass die Konsumenten ihr Geld auch künftig lieber in die Renovierung ihrer Immobilien statt auf ein Sparkonto stecken, das nur wenig Ertrag abwirft.

Viele Betriebe sehen rückläufige Entwicklungen

Knapp 73 Prozent der für den Konjunkturbericht befragten Betriebe waren mit ihrer Geschäftsentwicklung im ersten Quartal 2019 zufrieden. Lediglich sieben Prozent waren unzufrieden. Laut Handwerkskammer habe man mit diesen Werten „das Gaspedal noch einmal kräftig durchgetreten“ im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Nahezu jeder fünfte befragte Betrieb konnte seinen Umsatz seit Anfang Januar steigern. Allerdings meldeten knapp 40 Prozent eine rückläufige Entwicklung – eventuell ein erstes Zeichen dafür, dass sich ein Ende der Boomphase abzeichnet.

Probleme ergeben sich in dieser Hinsicht jedoch auch aus dem Fachkräftemangel. Die Betriebe können ihre vollen Auftragsbücher deswegen einfach nicht so schnell abarbeiten wie gewünscht. „Die Unternehmen im Bauhauptgewerbe und im Ausbauhandwerk melden einen Mittelwert bei der Auftragsreichweite von elf Wochen“, teilt die Handwerkskammer mit.