Babys
Wir wissen nicht, wie die Babys heißen - sehen wir hier einen kleinen Wendelbert und eine kleine Florida? | Foto: Waltraud Grubitzsch

Tyrion, Bombastus und Co

Hauptsache ungewöhnlich: Diese Babynamen gibt es wirklich!

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Auch wenn viele Babys Marie, Paul, Sophie oder Alexander genannt werden – manche Eltern mögen es exotischer. In Urkunden taucht auch Wendelbert, Merkel oder Tyrion auf. Nach Ansicht von Psychologen macht ein ungewöhnlicher Name den Kindern das Leben schwerer.

Mit Rihanna und Shakira im Sandkasten sitzen oder am Nachmittag bei Kurdistan und London zum Kindergeburtstag gehen. Das ist in Deutschland alles möglich – denn Eltern wählen für ihre Babys teils sehr exotische Vornamen.

Y, Tyrion, Bombastus und Co

Ein BNN-Bericht über Karlsruher Eltern, die ihren Sohn „Y“ genannt haben, sorgte für Aufsehen. Auch von der Fantasy-Serie „Game of Thrones“ lassen sich Väter und Mütter inspirieren. Die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) listet in einer Aufstellung „besonderer Namen“ allein knapp zwei Dutzend Charaktere der Serie auf, darunter Daenerys, Tyrion und Arya. Allein Tyrion sei in den vergangenen drei Jahren rund 15 Mal vergeben worden, sagt GfdS-Expertin Frauke Rüdebusch in Wiesbaden am Donnerstag.

Die griechische und römische Mythologie wird ebenfalls bemüht. Wie aus den Urkunden der Standesämtern hervorgeht, nannten Eltern ihre Kinder unter anderem Adonis, Poseidon oder Apollo. Zu den weiteren ungewöhnlichen Namen zählen Wendelbert, Bombastus, Terence-Spencer oder Jamy-Oliver – die jedoch sehr selten sind. Die beliebtesten Babynamen 2018 waren Marie, Paul, Sophie oder Alexander.

Standesämter entscheiden, ob Name zulässig ist

„Welche Motive der Namensvergabe jeweils zugrunde lag, ist uns nicht bekannt“, erläutert die GfdS. Die juristische Entscheidung zur Eintragung sei letztlich allein von den Standesämtern zu treffen. Die GfdS bietet auf Nachfrage Gutachten über Vornamen an und gibt eine sprachliche Empfehlung. So lehnten die Sprachexperten unter anderem Popcorn, Urmel, Eisenstein, Knirpsi oder Lucifer ab.

Der Dresdner Psychologe Ulrich Winterfeld warnt Eltern davor, ihren Neugeborenen allzu ungewöhnliche Namen zu geben. «Kinder mit exotischen Namen haben es deutlich schwerer», sagt der Experte. Oft gehe es den Eltern dabei nicht ums Kind – sondern um die eigene Beziehung. Beispielsweise dann, wenn sie ihren Sohn oder ihre Tochter nach einem Popstar benennen, weil sie sich bei dessen Konzert kennengelernt haben.

Diese Namen haben Eltern in Deutschland ihren Kindern gegeben (Auswahl):
Hamlet, Macbeth, Daenerys, Khaleesi, Tyrion, Arya, Poseidon, Zeus, Odin, Sokrates, Sherlock, Rihanna, Sido, Shakira, Edelweiss, Kleeblatt, Bombastus, Engel, Kurdistan, Florida, London, Bethlehem, Wendelbert.

Abgelehnt wurden unter anderem diese Namen:
Lucifer, Pinocchio, Batman, Mickilauda, Chaotica, Knirpsi, Kaiser, Popcorn, Peanut, TJ, Urmel, Ferrari, Bandito, Shaggy.

BNN/dpa