Verkehrsminister Winfried Hermann
Winfried Hermann (Grüne), Verkehrsminister von Baden-Württemberg. | Foto:  Fabian Sommer/Archiv

Bahnhof zu klein?

Hermann drängt auf Verbesserungen bei Stuttgart 21

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Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) hat sich am Freitag für Verbesserungen beim Bahnprojekt Stuttgart 21 ausgesprochen und auf zeitnahe Gespräche mit der Deutschen Bahn gedrängt.

Das Zeitfenster für eine Ergänzung der Infrastruktur schließe sich bald, hieß es in einer Mitteilung des Verkehrsministeriums. In einem Schreiben an den Konzernbevollmächtigten Thorsten Krenz äußerte der Minister demnach die Sorge, «ob der Knoten Stuttgart das Ziel einer Verdoppelung der Fahrgäste im Schienenverkehr meistern kann.»

Man müsse auf die Stoßzeiten schauen und nach den derzeitigen Planungen seien in den Spitzenzeiten am Morgen 30 Prozent mehr Zugankünfte als heute möglich – auch mit Digitalisierung und längeren Zügen sei das Verdopplungsziel da kaum zu erreichen.

Nur unterirdische Lösungen

Die S-Bahn werde bereits heute an der Kapazitätsgrenze gefahren, hieß es weiter. Eine Verdoppelung ist dort laut Hermann nicht ohne eine ergänzende Infrastruktur möglich. Er möchte eine zusätzliche unterirdische Nahverkehrsstation mit Anbindungen vom Nordzulauf, von den S-Bahn-Gleisen und von der Panoramabahn diskutieren.

«Dabei ist für mich klar, dass es im Bereich bis zum Hauptbahnhof nur unterirdische Lösungen geben kann, die das Städtebauprojekt Stuttgart 21 und die städtebaulichen Entwicklungen so wenig wie möglich beeinträchtigen», so Hermann.

Ist der Bahnhof zu klein für den Deutschland-Takt?

Zuletzt hatte es eine Diskussion gegeben, ob der künftige Stuttgarter Tiefbahnhof zu klein sei für den sogenannten Deutschland-Takt – ein neues System mit besser abgestimmten Umsteige-Verbindungen, mit dem die Bundesregierung das Zugfahren pünktlicher, schneller und verlässlicher machen will. Dazu sagte Hermann, der Bahnhof mit seinen acht Gleisen sei kein idealtypischer integraler Taktknoten. «Dies ist bereits seit der Schlichtung bekannt und für mich daher nicht Anlass für eine erneute Thematisierung.»

dpa/lsw