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Der dritte Verhandlungstag im Hexenkesselprozess am Amtsgericht Heilbronn hat mit Verzögerungen begonnen. | Foto: Peter Steffen/Archiv

Beweisantrag gestellt

„Hexenkessel“-Prozess fortgesetzt

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Der dritte Verhandlungstag im Hexenkesselprozess am Amtsgericht Heilbronn hat mit Verzögerungen begonnen. Die Nebenklägerin – die 18-Jährige, deren Beine beim Eppinger Nachtumzug in einem heißen Kessel schwer verbrüht worden waren – hat anwaltlich einen Beweisantrag stellen lassen.

Danach sollen weitere Bilder und Filmmaterial der örtlichen Presse vom Tag des Vorfalls am 3. Februar 2018 als Beweismaterial in die Hauptverhandlung eingeführt werden. Als Gründe nannte der Nebenklagevertreter unter anderem, eine Zeugin hätte dann – anders als auf bisherigen Polizeifotos, die die anfänglich größere Zahl an Beschuldigten nicht mehr in Umzugsbekleidung zeigten – diese in Originalmontur möglicherweise identifizieren können. Auch seien bestimmte Fotos in engem zeitlichem und örtlichem Zusammenhang mit dem Vorfall voraussichtlich entscheidungsdienlich, wenn nicht entscheidungserheblich.

Verteidiger beantragt Abweisung

Der Anwalt des 33-jährige Versicherungskaufmanns beantragte, den Beweisantrag abzuweisen. Es fehle der gemäß Prozessordnung nötige Zusammenhang zwischen Beweisbehauptung und Beweiserfolg. Es handle sich um „eine Behauptung ins Blaue hinein“, so Zipper. Zudem sei ein solcher dies am dritten Verhandlungstag einer amtsgerichtlichen Verhandlung „überzeichnet“.

Die Staatsanwaltschaft äußerte Erstaune über die Ausführungen des Verteidigers, der soeben selbst noch Fotos „aus dem Nichts“ eingebracht habe. Aber unabhängig hiervon sehe sie keinen Bedarf für das Einführen weiteren Bildmaterials.

Ob der Prozess am heutigen Tag nach drei Schlussvorträgen zu einer gerichtlichen Entscheidung führen wird, darf nach bisherigem Verlauf bezweifelt werden.