Regen und Kälte sorgen in diesem besonders düsteren Winter bei vielen Menschen für schlechte Laune. Schuld daran ist unter anderem der Sonnenmangel, der sich auf Körper und Geist auswirkt. | Foto: dpa

Tipps gegen den Winterblues

Licht, Licht, Licht!

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Wenn die Natur im Winter bereits mittags das Licht ausknipst, rauscht die Stimmung bei vielen in den Keller. „Wir Europäer werden im Vergleich zu den milderen Klimazonen, die am Äquator liegen, stärker von dem Wechsel der Jahreszeiten beeinflusst“, weiß der Karlsruher Soziologe und Therapeut Daniel Müller-Rang. Dabei habe der Lichtmangel nicht nur Auswirkungen auf den Körper. „Neben dem Vitamin-D-Mangel fehlt uns auch gefühlt innerlich die Wärme der Sonne“, bringt es der Experte auf den Punkt. Häufige Folgen: eine gedrückte Stimmung, Müdigkeit, gefühlte Überforderung sowie die Zunahme von Konflikten.

Die Sonne regt an, aktiviert

Nach Schätzungen der Krankenkassen AOK und DAK leiden 30 Prozent aller Menschen in der dunklen Jahreszeit an depressiven Verstimmungen. „Die Sonne regt an, aktiviert“, sagt Müller-Rang im Gespräch mit dieser Zeitung, „das fehlt uns jetzt in der dunklen Jahreszeit“. Und selbst wenn die Sonne mal hinter den Wolken hervorlugt – von langer Dauer ist dies meist nicht. „Und wir spüren daher auch die Wärme nicht so stark.“ Wenn die Tage im Winter dunkler, kürzer und kälter werden, schüttet der Körper zudem eine höhere Dosis des Schlafhormons Melatonin aus. Auf der einen Seite mache dies laut Müller-Rang zwar gemütlicher, auf der anderen Seite aber auch schläfriger.

Vieles wird anstrengender

„Alles völlig natürlich“, beruhigt der Soziologe. Ähnlich sei es ja auch bei den Tieren, die jetzt ihren Winterschlaf abhalten. Es gibt jedoch auch ein großes aber. Denn: Während Bären und Co in den Wintermonaten in der Höhle vor sich hindösen können, muss der Mensch (im Regelfall) weiter seinen Job erledigen. „Dadurch muss man auch manchmal relativ stark gegen die eigene in den Wintermonaten einsetzende gemütlichere Natur vorgehen“, sagt Müller-Rang. Um sein Pensum zu erledigen, müsse man sich demnach eben noch etwas mehr anstrengen. Und ein Lichtblick à la Baggersee ist auch nicht in Sicht.

Tipps vom Experten

Um den Mangel an Licht und Wärme zu kompensieren, rät Müller-Rang beispielsweise zu regelmäßigen Saunabesuchen. „Da kann man Wärme tanken und zur Ruhe kommen.“ Auch mit einer gesunden Ernährung, Sport oder einem Hörspiel könne man dem Winterblues entgegenwirken. Ganz wichtig sei vor allem, Stress durch eigene oder fremde Erwartungshaltungen zu reduzieren. „Nach Weihnachten und Silvester kommen viele bereits innerlich ausgepowert ins neue Jahr“, meint Müller-Rang. Daher sei es jetzt wichtig, nicht zu hart mit sich selbst ins Gericht zu gehen. „Mut zum Fehler und Mut zur Lücke tut dabei manchmal gut.“