Der Bahnübergang in Kleinsteinbach nach dem Unfall. Foto: Klaus Müller

Fahrer fährt einfach davon

Beinahe-Kollision mit Lkw auf Bahnstrecke bei Kleinsteinbach

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Ein Lkw hat am Mittwochvormittag an einem Bahnübergang an der Burgstraße in Kleinsteinbach eine Schranke beschädigt und kam dann auf dem Gleis zum stehen. Die Strecke, auf der unter anderem die Linie S5 kursiert, war vorübergehend gesperrt

Von Klaus Müller und BNN

Wie es sich derzeit darstellt, wollte der Fahrer noch auf den letzten Drücker – obwohl die Ampelanlage schon Rotlicht hatte – über die Gleise. Was er nicht schaffte. Unmittelbar vor den Gleisen bremste er ab. Die Schranke touchierte das Führerhaus des Lkw. Der Fahrer wollte sein Fahrzeug noch einmal zurücksetzen. Dabei kam es zur Beschädigung der Schrankenanlage.

Beinahe mit Zug kollidiert

In dem Augenblick war auch schon der Zug da. Kaum knapper hätte der Abstand zwischen der Lok und dem Lkw sein können. Zur Kollision kam es zum Glück nicht, die Bahn kam gerade noch vorbei. Geistesgegenwärtig machte ein Zugbegleiter in der Lok ein Bild von dem Vorfall. Die Bilddaten werden nun von der Polizei ausgewertet.

Der Fahrer des Lkw selbst erklärte der Polizei gegenüber, er sei auf der Burgstraße in Richtung B10 unterwegs gewesen. Weil sich auf der Burgstraße im Bereich vor der Einmündung zum Kreisel wegen zahlreicher parkender Fahrzeuge eine Engstelle ergab und an seinem Lkw zugleich technische Probleme auftraten, habe er ein ganzes Stück rückwärts fahren müssen. Den Bahnübergang habe er genau in dem Augenblick erreicht, als sich die Schranke senkte. Sie sei dann zwischen Fahrerhaus und Auflieger stecken geblieben.

Fahrer fuhr einfach davon

Nach Angaben der Polizei fuhr der Mann daraufhin davon, ohne sich um den Schaden zu kümmern. Polizeibeamte machten ihn auf dem Gelände einer nahegelegenen Spedition ausfindig.

Die Strecke, von der Bahn und der Stadtbahn genutzt, wurde für eine Stunde komplett gesperrt. Zunächst muss die Schranke auf Mängel untersucht werden. Bis das geklärt ist, müssen die Zugführer auf „auf Befehl“ fahren; was bedeutet: an die Schrankenanlage vorsichtig heranfahren, Signal geben und dann, wenn alles frei ist, drüberfahren. Der Sachschaden an der Schranke beträgt etwa 7000 Euro.