Alkohol
Mannheim wird nach Karlsruhe die zweite Stadt im Südwesten, die einen Trinkertreff anbietet. | Foto: Alexander Heinl/Symbolbild

Vorbild Karlsruhe

Mannheim will Trinkerszene aus Stadtkern verlagern

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Mannheim wird als zweite Südwest-Stadt nach Karlsruhe einen Trinkerraum einrichten, um Alkoholabhängigen Hilfe anzubieten und das Sicherheitsgefühl der Bürger zu stärken. Nach einem Beschluss einer großen Mehrheit des Gemeinderates von Dienstagabend wird ein «alkoholakzeptierender Aufenthaltsraum für die Trinker- und Drogenszene» außerhalb des Stadtkerns geschaffen.

Diese Szene ist derzeit unter anderem auf dem zentralen Paradeplatz und sorgt für anhaltende Beschwerden von Händlern und Anwohnern. Das geplante Angebot erlaubt, Alkohol mitzubringen und zu konsumieren. Verboten sind Hochprozentiges, Einnahme illegaler Drogen und Rauchen.

Jährlich 400.000 Euro kosten

Der Trinkertreff in Containerbauweise soll spätestens im Mai kommenden Jahres starten. Kosten für den Raum und den Betrieb durch Caritasverband und Drogenverein Mannheim liegen jährlich bei über 400 000 Euro. Eine Auswertung soll nach 18 Monaten erfolgen. Vorbild ist eine Einrichtung in Dortmund.

100-köpfige Szene in Karlsruhe

In Karlsruhe gibt es seit September 2018 einen vom Diakonischen Werk getragenen Trinkertreff. Dieser wird mittlerweile von 30 bis 40 Suchtkranken täglich aufgesucht. Ziel ist es nach Auskunft eines Stadtsprechers unter anderem, die teils über 100-köpfige Szene auf dem Werderplatz aufzulösen. Das Angebot in einer früheren Gaststätte wird von anderen Maßnahmen ergänzt: Seit 1. April gilt ein temporäres Alkoholkonsumverbot auf dem Werderplatz montags bis samstags tagsüber. Für Alkohol- und Drogenabhängige soll im Spätsommer ein Drogenkonsumraum öffnen.

In Stuttgart setzt die Verwaltung hingegen auf Streetworker, um Menschen mit Alkoholproblemen zu erreichen.

dpa-lsw