Schüler in Pforzheim.
Schüler in Pforzheim. Der Verkehrsminister plädiert jetzt für einen generell späteren und einen von Schule zu Schule unterschiedlichen Unterrichtsbeginn. | Foto: Ehmann Herbert

Auch wegen Elterntaxis

Minister will Unterricht später beginnen lassen und „besser verteilen“

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Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) hat sich dafür ausgesprochen, den Unterrichtsbeginn an Schulen nach hinten zu verschieben und außerdem zeitlich zu staffeln. Nach einem Medienbericht verspricht er sich davon eine Entzerrung des morgendlichen Verkehrs auf den Straßen. Laut einer Studie wird jedes fünfte Kind im Land im Elterntaxi chauffiert. Auch die öffentlichen Verkehrsmittel sollen dadurch entlastet werden.

„Wir müssen es schaffen, unsere Transportkapazitäten effizienter und zeiteffektiver zu nutzen. Das könnte gelingen, wenn wir den Schulbeginn besser verteilen“, sagte er der Südwest Presse. „Die größte Entzerrung wäre, wenn endlich nicht mehr überall der Schulbeginn ungefähr um 7.45 Uhr wäre.“

Bildungsministerin stimmt zu – teilweise

Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU), zuständig für den Bereich Bildung, sagte der Zeitung: „Eine Entzerrung des morgendlichen Verkehrs, vor allem in den Städten, halte ich für sinnvoll.“ Sie wolle Überzeugungsarbeit leisten, dass Eltern ihre Kinder nicht mit dem Auto zur Schule brächten. In Deutschland wird laut einer repräsentativen Forsa-Umfrage jedes fünfte Kind im Elterntaxi chauffiert. Zum späteren Unterrichtsbeginn äußerte sich Eisenmann aber zurückhaltend. Das regle die jeweilige Schule vor Ort selbst.

Sind Schüler konzentrierter, wenn sie später anfangen?

Forscher warnen seit Langem, für viele Kinder beginne der Unterricht zu früh. Zuletzt hatten Wissenschaftler der Universität Washington und des Salk Institute for Biological Studies an einer US-amerikanischen Schule beobachtet, dass Schüler im Schnitt wacher waren als vorher, nachdem dort der Unterricht nach hinten verlegt worden war.

dpa/lsw/BNN