Demo
Die Polizei wird am Samstag mit hunderten Einsatzkräften in der Innenstadt im Einsatz sein. Symbolbild. | Foto: Deck

Schwerpunkt Stephanplatz

Mögliche Behinderungen in der Innenstadt: Rechte und linke Demos am Samstag in Karlsruhe

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Für den Samstag sind in Karlsruhe mehrere Demonstrationen angekündigt, die Polizei stellt sich auf einen größeren Einsatz ein. Im Fokus steht besonders eine Veranstaltung unter dem Motto „All lives matter“, die offenbar ein ehemaliger NPD-Kandidat aus Mannheim angemeldet hat. Verschiedene Gruppierungen haben zu Gegen-Protesten aufgerufen.

Die Polizei geht nach Planungsgesprächen am Freitag davon aus, dass es am Nachmittag rund um den Stephanplatz zu Verkehrsbehinderungen kommen könnte. Voraussichtlich werde die Tiefgarage ab den Mittagsstunden nicht mehr benutzt werden können.

Aktualisierung: So sind die Demos am Samstagnachmittag in Karlsruhe verlaufen

Anmeldung durch ehemaligen NPD-Aktivisten

Ab 13 Uhr hat ein antifaschistisches Bündnis eine Demonstration auf dem Stephanplatz angemeldet. Anlass ist eine angekündigte Demonstration aus dem rechtsextremen Lager unter dem Motto „All lives matter“, die um 14 Uhr beginnen soll.

Aufgerufen dazu hat der Ex-NPD-Aktivist Jonathan Stumpf aus Mannheim. Einen entsprechenden Aufruf teilt Stumpf etwa auf seiner Facebook-Seite. Stumpf wird auch mit dem militanten Kameradschaftsspektrum in Verbindung gebracht und ist offenbar Teil der Identitären Bewegung, die als rechtsextrem gilt.

Der Karlsruher Stephanplatz wird am Samstag Schauplatz zweier Demonstrationen. | Foto: Google

Der Slogan „All lives matter“ ist angelehnt an „Black lives matter“. Unter dieser Losung waren weltweit Menschen nach der Tötung des Afroamerikaners George Floyd durch einen US-Polizisten auf die Straße gegangen, um gegen Rassismus zu demonstrieren.

Das Motto „All lives matter“ stammt aus einem Umfeld, das den Anti-Rassismus-Protesten distanziert gegenübersteht. Kritiker monieren, der Slogan relativiere die spezifische Ausgrenzung, die viele Menschen aufgrund ihrer nicht-weißen Hautfarbe erfahren.

Wohl mehrere hundert Beamte bei Demo in Karlsruhe im Einsatz

Nach Angaben des Karlsruher Ordnungsamtes haben die Anmelder der rechten Demo eine Veranstaltung mit bis zu 80 Teilnehmern angemeldet. „Das halten wir aber für zu hoch gegriffen“, so Ordnungsamtsleiter Björn Weiße gegenüber unserer Redaktion.

Für die Gegenkundgebung rechnet die Polizei mit deutlich mehr Teilnehmern. Rund um das Demonstrationsgeschehen auf dem Stephanplatz sollen aber der Mittagszeit mehrere hundert Beamten im Einsatz sein, um mögliche Konfrontationen zu verhindern.

tw/poem