Die Statue Justitia
Die Statue Justitia hält eine Waage in ihrer Hand. | Foto: Peter Steffen/Archivbild

Ravensburg

Mordprozess gegen Mutter nach Tötung ihres Babys endet

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 Nach der Tötung eines Neugeborenen neigt sich der Revisionsprozess gegen dessen Mutter dem Ende. Heute werden am Landgericht Ravensburg die Schlussvorträge von Verteidigung und Staatsanwaltschaft erwartet, teilte ein Gerichtssprecher mit.

Am selben Tag könnte auch das Urteil gegen die 25-Jährige, die wegen Mordes angeklagt ist, folgen. Der Fall musste rund zwei Jahre nach der Tat neu aufgerollt werden, weil der Bundesgerichtshof (BGH) das erstinstanzliche Urteil gegen die Frau kassiert hatte.

Im Januar 2018 war die Frau wegen Mordes zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden. Der BGH sah es zwar auch als erwiesen an, dass die damals 23-Jährige dem Kind nach einer heimlichen Geburt nahe eines Bauernhofs bei Mengen (Kreis Sigmaringen) einen Pfropfen aus Papier in den Mund gesteckt und den Säugling dann zurückgelassen hatte. Allerdings bemängelte der BGH die Einschätzungen zum Motiv und damit den Schuldspruch wegen Mordes. Die erste Instanz hatte der Deutschen niedrige Beweggründe bescheinigt: Die Angeklagte habe die Geburt verheimlichen wollen, um die Beziehung zu ihrem neuen Freund nicht zu gefährden. dpa/lsw