Hausarzt
In Gelsenkirchen hat eine ungewöhnliche Häufung von Handfehlbildungen für Aufregung gesorgt. Symbolbild | Foto: Rolf Vennenbernd

Kliniken in Baden-Württemberg

Nach gehäuften Fehlbildungen in NRW: Landesweite Umfrage startet

Anzeige

Nach einer Häufung von Handfehlbildungen bei Neugeborenen in einer Klinik in Nordrhein-Westfalen startet Baden-Württemberg eine landesweite Umfrage bei Krankenhäusern. Der Schritt sei mit anderen Bundesländern abgestimmt, sagte ein Sprecher des Sozialministeriums.

Die Gesundheitsressorts der Bundesländer und das Bundesgesundheitsministerium hatten sich dem Sprecher zufolge am Dienstagmorgen bei einer Telefonschaltkonferenz auf dieses Vorgehen verständigt.

Auch interessant: „Unsere Kapazitäten sind am Ende“ – Karlsruher Klinikum beklagt Druck

Fälle in Gelsenkirchen sorgen für Aufsehen

Die Baden-Württembergische Krankenhausgesellschaft (Stuttgart) werde auf Grundlage eines nordrhein-westfälischen Fragebogens Daten in den Krankenhäusern des Landes erheben, die eine Geburtsabteilung haben. Gezielt soll geprüft werden, ob dort seit 2017 ähnliche Fehlbildungen aufgefallen sind.

Im Gelsenkirchener Sankt Marien-Hospital Buer waren in zwölf Wochen drei Kinder mit fehlgebildeten Händen geboren worden. «Das mehrfache Auftreten jetzt mag auch eine zufällige Häufung sein. Wir finden jedoch den kurzen Zeitraum, in dem wir jetzt diese drei Fälle sehen, auffällig», hatte die Klinik auf ihrer Homepage mitgeteilt. Fehlbildungen dieser Art habe man in der Klinik viele Jahre nicht gesehen, hieß es.

Bundesweites Register gefordert

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) verwies darauf, dass Fehlbildungen bei Neugeborenen sehr unterschiedliche Ursachen haben könnten, und forderte ein bundesweites Register.

(dpa-lsw)