Johannes Enssle
Der Vorsitzende des Landesverbandes Baden-Württemberg des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu), Johannes Enssle. | Foto: Deniz Calagan/Archiv

Radolfzell

Naturschützer hoffen auf starke Europapolitik

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Naturschützer blicken im neuen Jahr auf die Europawahl im Mai und ihre Auswirkungen auf die Umweltgesetzgebung. «Viele Herausforderungen, vor denen wir stehen, können wir nur gemeinsam lösen», sagte der Landesvorsitzende des Naturschutzbundes (Nabu), Johannes Enssle, vor den 43. Naturschutztagen am Bodensee, die am Donnerstag beginnen (bis 6. Januar). «Wir wünschen uns, dass viele Menschen Parteien und Personen ihre Stimme geben, die sich für ein starkes und vereintes Europa einsetzen.»

Als eines der drängendsten Themen sieht Enssle dabei die intensive Landwirtschaft, die großen Einfluss auf die Artenvielfalt habe. «In der europäische Agrarpolitik sollte das Geld so ausgegeben werden, dass es der Natur nicht schadet, sondern hilft.» Am Samstag wird die Gemeinsame Agrarpolitik der EU (GAP) bei den Naturschutztagen thematisiert.

Das weitere Programm dreht sich unter anderem um die Förderung der biologischen Vielfalt und den Umgang mit dem Wolf in Baden-Württemberg. «Der Wolf ist ein Heimkehrer, leider haben wir verlernt, mit ihm umzugehen», sagte Enssle. Es gelte nun, gemeinsam mit Tierhaltern Lösungen für einen guten Herdenschutz zu finden.

Die Naturschutztage werden im jährlichen Wechsel von den Naturschutzverbänden Nabu und BUND organisiert.